Hilfe für kleine Kirche

Bund unterstützt Dachsanierung in Grüningen mit 50 000 Euro

GRÜNINGEN - Nach der Besichtigung der seit 50 Jahren leer stehenden und geplünderten Grüninger Kirche hörte die Bundestagsabgeordnete Cornelia Behm im Geiste schon Sommermusiken erklingen.

Gestern überbrachte die bündnisgrüne Politikerin der Kirchengemeinde, Pfarrer Thorsten Minuth und Bürgermeister Martin Schäfer eine erfreuliche Nachricht: Die Bundesregierung wird sich aus dem dritten Denkmalschutz-Sonderprogramm mit bis zu 50 000 Euro an der Sanierung der Grüninger Kirche beteiligen. Das sagte sie unter Berufung auf Kulturstaatsminister Bernd Neumann, an den sie geschrieben habe. "Das Geld ist gut angelegt", findet Behm, die im Förderkreis "Alte Kirchen Berlin-Brandenburg" ist. An die Politikerin wiederum hatte sich Ellen Scholtka von der Kirchengemeinde gewandt.

"Sobald der Förderbescheid da ist, geht es los", so Pfarrer Minuth, der an der Idee einer Autobahnkirche festhält. Die Kosten für die Sanierung von Dach mit Gebälk und Gesims werden auf etwa 140 000 Euro geschätzt. "Wobei Dachdeckermeister Blank aus Caputh die Sachkosten für die Eindeckung im Wert von rund 40 000 Euro übernimmt", betont Kirchenratsvorsitzender Marko Krause. Der Kirchenkreis gebe 30 000 Euro. Die Untere Denkmalschutzbehörde hat Krause zufolge dankenswerterweise 10 000 Euro zugesichert, die diesem pilastergeschmückten Putzbau der Zopfzeit wegen seiner kulturhistorischen Bedeutung eine höhere Priorität einräumte als Wenzlow, wo man auf eine Förderung über die Integrierte Ländliche Entwicklung hofft.

"Damals beschlossen die Kirchenältesten aus Kostengründen nur noch ein Gotteshaus zu nutzen", erzählt Waltraud Schindler, die heute dazu gehört. Zwar wurde 1992 mit finanzieller Unterstützung der Gemeinden der Turm neu gedeckt, doch die kleine Grüninger Kirche verkam immer mehr. Ein Zeichen gegen ihren Verfall setzte Pfarrer Minuth mit der diesjährigen Osterandacht. (Von Claudia Nack)

Märkische Allgemeine vom 02. Juni 2012

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