Geldregen für undichtes Kirchendach

Neuküstrinchen (MOZ) Noch müssen Planen die Dorfkirche Neuküstrinchen vor Regen schützen. Die Arbeiten am Südflügel des Gotteshauses sind im vollen Gange. Mit der gestrigen Übergabe von insgesamt 163 000 Euro an Fördermitteln sind die Kosten für diesen Bauabschnitt nun gedeckt.

 
Gute Nachrichten aus Potsdam: Sabine Kunst (r.) vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur übergibt den Fördermittelbescheid über 145 000 Euro in die Hände von Pfarrerin Nanna-Maria Luttenberger.
© Sören Tetzlaff

Die Erleichterung und die Freude stand gestern allen Anwesenden an der Dorfkirche Neuküstrinchen ins Gesicht geschrieben. "Jetzt können wir alle Rechnungen bezahlen", sagte Architekt Frank Fischer vom Planungsbüro IBS. Zuvor hatten die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur Sabine Kunst (parteilos) und Heidi Gerber, Leiterin der Außenstelle Potsdam der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), mit der Übergabe der Förderverträge die letzten finanziellen Mittel übergeben, die für einen erfolgreichen Abschluss des zweiten Bauabschnitts der Kirchensanierung notwendig waren. Die Pfarrerin des Pfarrsprengels Neulietzegöricke Nanna-Maria Luttenberger nahm den Bescheid sowie den symbolischen Scheck der DSD in Empfang.

Im vergangenen Jahr war der erste Bauabschnitt, die Arbeiten am Nordflügel der Kirche, erfolgreich beendet worden. Die zweite Stufe, bei der unter anderem nun auch der Südflügel von Schwamm befreit und das Dach wieder dicht gemacht werden soll, hatte vor zwei Monaten begonnen. Die Kosten für diesen Teil der Sanierung: 280 000 Euro. Davon übernimmt das Ministerium 145 000 Euro, die DSD 8000 Euro und die Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler 10 000 Euro. Bereits sicher hatte die Kirchgemeinde die Mittel von der Landeskirche (30 000 Euro), dem Kirchenkreis (25 000 Euro), der Union evangelischer Kirchen (20 000 Euro), dem Förderkreis Alte Kirchen (2000 Euro) sowie von Spenden der örtlicher Betriebe (10 000 Euro). Hinzu kommt ein Eigenanteil der evangelischen Kirchengemeinde von 30 000 Euro.

Auch Kulturministerin Kunst freute sich, dass endlich "Land in Sicht" wäre und die Gemeinde "diese erhabene, prächtige und große Kirche endlich wieder in Besitz nehmen kann". Der Dom des Oderbruchs sei ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Erbes des Landes Brandenburg. Ausdrücklich lobte sie das Engagement von Gemeinde, Privatpersonen und Fördervereinen: "Ohne sie wäre die Sanierung nicht möglich." So kümmerte sich die Kirchengemeinde ohne fremde Hilfe um die Malerarbeiten im Innern der Kirche.

Dort ragen im Moment noch die Baugerüste bis unter das Dach und füllen den 5000 Kubikmeter großen Luftraum fast völlig aus. Die Kirchenbänke sind mit Planen zum Schutz vor Staub und Dreck abgedeckt. "Wir liegen im Zeitplan", sagte Architekt Fischer, obwohl die Schwammschäden nur Stück für Stück repariert werden können. Der Schwamm hatte dem zwischen 1878 und 1880 errichteten Gebäude zugesetzt. Das Dach ließ Wind und Regen hinein, die Konstruktion wurde marode. Damit soll im Oktober Schluss sein. "Bis September werden die Zimmermänner noch zu tun haben", meint Fischer. Im gleichen Monat sollen schon die Dachdecker anrücken. Pfarrerin Luttenberger fiebert dem Ende der Bauarbeiten entgegen: "Ich hoffe, dass wir im Dezember den Weihnachtsgottesdienst in der Kirche feiern können."

Doch selbst wenn die Gemeinde zu Weihnachten in der Dorfkirche Platz nehmen darf: Fertig ist die Sanierung noch nicht. In einem dritten Bauabschnitt soll der 40 Meter hohe Turm repariert werden. Neben dem Dach sind dabei die Uhr und eine fehlende Glocke die größten Kostenfaktoren. "Der Abschnitt schlägt mit etwa 300 000 Euro zu Buche", sagt Fischer. Ob die Arbeiten bereits nächstes Jahr beginnen können, sei unklar. "Das liegt in den Sternen", meint er. Einem weiteren Besuch der Ministerin ist die Gemeinde sicher nicht abgeneigt.

Märkische Oderzeitung vom 12. Juni 2012

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