Bau wackelt bei jedem Glockenschlag

Sanierung der Prensdorfer Kirche beginnt bald

PRENSDORF - Wer Prensdorfs Kirche zum ersten Mal betritt, bleibt meist staunend stehen: überall wunderschöne ländliche Bauernmalerei. Besonders die Decke wurde aufwändig gestaltet. Doch die Malerei sieht mächtig mitgenommen aus. "Der Charme blättert ab", sagt Pfarrerin Britta Rostalsky. Darum muss die Kirche in Prensdorf dringend saniert werden.

Gemeinsam mit einem Bauausschuss aus Dorfbewohnern bereitet sie die Bauabschnitte vor. Noch in diesem Sommer soll mit der Sanierung des Daches und der Bekämpfung der Holzwürmer der erste Schritt zum Erhalt des Gotteshauses getan werden. Zur Vorbereitung rief der Bauausschuss zu einem Arbeitseinsatz auf und staunte: Mit vielen fleißigen Händen und in Schutzausrüstung strömten die Prensdorfer zum Kirchturm und befreiten ihn von Staub und Taubenkot. Die Bauarbeiten beginnen in wenigen Wochen.

Ende August wird eine Firma das Dach reparieren. Wenn die undichten Stellen verschwunden sind, geht es im Innenraum weiter. Dort soll es den Holzwürmern, die ihre Spuren deutlich sichtbar hinterlassen, an den Kragen gehen. Mit einem speziellen Gas wird ihnen der Garaus gemacht. Die Farben werden dabei geschont. Die Prensdorfer können ihre Holzmöbel ebenfalls von dem Schädling befreien lassen. "Wer alte Schränke, Tische, Stühle oder Truhen hat, kann sie für die Zeit in die Kirche stellen", sagt die Pfarrerin.

Der Erhalt der Außenhülle und die Rettung des Holzes sollen 2012 fertig werden. Die Firmen sind bestellt, die Termine stehen, und auch die Finanzierung ist geklärt. Das Geld für den ersten Bauabschnitt kam von der Gemeinde, dem Förderkreis alte Kirchen in der Luckauer Niederlausitz und der Mittelbrandenburgischen Sparkasse (MBS). "Die Kirche bildet nicht nur den geografischen Mittelpunkt des Ortes, sondern ist auch das wichtigste Projekt der Prensdorfer", sagt Monika Thinius, Filialdirektorin der MBS in Teltow-Fläming und verweist auf Kulturveranstaltungen.

Jedes Jahr veranstaltet die Kirchengemeinde ein Benefizkonzert mit Künstlern der Region, um Geld für den Erhalt des Gebäudes zu sammeln. Für den zweiten Bauabschnitt und die Restaurierung der Deckenmalerei wird das aber nicht reichen. Allein für die Wiederherstellung der Malerei liegt der Pfarrerin ein Kostenvoranschlag über 63 000 Euro vor.

Auch die Sanierung des Turms ist aufwändig und damit teuer. Ein Großteil des Materials muss erneuert und der Glockenstuhl von der Außenhülle, also dem Turm, getrennt werden. Noch ist beides miteinander verbunden, weshalb bei jedem Glockenschlag das ganze Gebäude mitwackelt.

Wann die Arbeiten beendet und die Malerei wieder in alter Pracht leuchten wird, kann Britta Rostalsky noch nicht sagen: "Vielleicht sind wir in drei Jahren fertig, vielleicht später." Sie weiß aber, dass sie sich in dieser Zeit auf die Unterstützung der Bürger verlassen kann. (spe)

Märkische Allgemeine vom 15. Juni 2012

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