Neue Kirchentour auf der Route 13

Herzberger geben Mitteldeutscher Kirchenstraße Vorzug / Verzicht auf Landesförderung

HERZBERG Die Kirchen des Pfarrbereiches Herzberg haben sich der Mitteldeutschen Kirchenstraße und nicht der Kirchenstraße Elbe-Elster angeschlossen. Pfarrerin Jutta Noetzel nennt dafür vor allem finanzielle Gründe. Eine erste Probefahrt auf der neuen Radwanderroute findet am 19. August statt.

 

Dass Herzberg sich nicht der Kirchenstraße Elbe-Elster, die sich 2011 unter dem Dach des Vereins Wald- und Heideland gegründet hat, sondern der Mitteldeutschen Kirchenstraße angeschlossen hat, hat vor allem finanzielle Gründe. "Um der Kirchenstraße Elbe-Elster anzugehören, muss man in den Verein Wald- und Heideland eintreten und einen jährlichen Mitgliedsbeitrag entrichten, was den sehr kleinen Kirchengemeinden nicht möglich ist", erläutert die Pfarrerin. Ein Zusammentreffen mit dem Vorsitzenden des Vereins Mitteldeutsche Kirchenstraße, Lysander Pötzsch, brachte sie auf die Idee, sich der benachbarten Kirchenstraße anzuschließen. "Ich finde das Elbe-Elster-Projekt eine tolle Idee, aber wir haben uns für die unkompliziertere Variante entschieden", so Jutta Noetzel.

Ulrich Hartenstein, Vorsitzender des Vereins Wald- und Heideland, akzeptiert die Entscheidung der Herzberger. "Ich gebe nur zu bedenken, dass Herzberg von der Förderung des Landes Brandenburg, die die Kirchenstraße Elbe-Elster auch für die Kirchensanierung erfährt, nicht profitieren kann", sagt er.

Kosten sind den Herzbergern nun lediglich für den Druck des Tourflyers entstanden. Die Texte über die Geschichte und die Besonderheiten der Dorfkirchen hat Jutta Noetzel selbst geschrieben. Auch die Kirchenführer hat sie ausgebildet. "Wir haben in allen Gemeinden jemanden gefunden, der die Kirche öffnet, wenn interessierte Gäste kommen", sagt sie.

Herzberg soll neben Mühlberg ein weiteres Tor zur Kirchenstraße Elbe-Elster sein. Der Tourismuspunkt in der Seitenkapelle der Stadtkirche wird als Informationsstelle für beide Radprojekte dienen. Die erste Probefahrt auf der Wanderroute mit der Nummer 13 um Herzberg startet am 19. August.

Die Strecke ist etwa 30 Kilometer lang. Sie beginnt in Frauenhorst und führt über Mahdel, Buckau, Fermerswalde, Gräfendorf, Kleinrössen nach Friedrichsluga und weiter über Alt Herzberg, Herzberg St. Marien bis zur Katharinenkirche in Herzberg. "Nicht alle diese Kirchen gehören zu meinem Pfarrbereich, aber alle Gemeinden haben gesagt, sie machen mit", sagt Pfarrerin Jutta Noetzel.

Zum Thema:

Die Mitteldeutsche Kirchenstraße führt an die Kirchen entlang der Elbe von Torgau bis Wittenberg, entlang der Dübener- und der Dahlener Heide, nach Ostelbien sowie in den Fläming und bis nach Zerbst und Belzig. Bisher umfasste sie zwölf Touren. Mit der Tour rund um Herzberg kommt eine weitere hinzu. Die Kirchenstraße Elbe-Elster umfasst neun Wege zu Kirchen im Elbe-Elster-Kreis. Beide Projekte arbeiten eng zusammen.

Birgit Rudow

Lausitzer Rundschau vom 21. Juni 2012

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