In der Ahlsdorfer Kirche beginnt die Sanierung

637 000 Euro sollen bis 2014 in das Gotteshaus fließen / Zuerst wird marodes Holz im Traufbereich erneuert

AHLSDORF In den nächsten Tagen sollen an der Ahlsdorfer Kirche erste Sanierungsarbeiten beginnen. Zuerst wird die desolate Holzkonstruktion im Traufbereich erneuert. Im nächsten Jahr geht es dann an die gesamte Dachkonstruktion. Außerdem sollen sich umfangreiche Putz-, Maurer- und Malerarbeiten anschließen. Bis 2014 wird nach aktuellen Planungen mehr als eine halbe Million Euro investiert.

 
Architekt Onno Folkerts (r.) und Bauleiter Kai Misera sprechen Details des Holzschutzgutachtens durch. Es ist die Basis für die in wenigen Tagen an der Ahlsdorfer Kirche beginnenden Sanierungsarbeiten.
Foto: sk

Gerüste rund um die Ahlsdorfer Kirche und auch im Inneren des Gotteshauses kündigen das an, worauf viele Einwohner des Dorfes und Kirchenverantwortliche schon lange hoffen: Eine umfangreiche Sanierung steht bevor. "Das Geld ist beisammen, das Holzschutzgutachten erstellt. Nun müssen auf dem Gutachten basierend nur noch die statischen Berechnungen auf den aktuellen Stand gebracht werden, dann können die Arbeiten beginnen", sagt Onno Folkerts von der Architekten GbR Angelis & Partner. Lange wird es nicht mehr bis zum Baustart dauern, "denn wir müssen dieses Jahr noch ordentlich was schaffen", begründet er.

Zuerst die Statik sichern

Das Holzschutzgutachten, das erstellt worden ist, zeigt auf, dass "im gesamten Traufbereich die Holzkonstruktion völlig desolat" ist, macht Folkerts deutlich. Die sei jedoch für die Statik der Kirche immens wichtig. Also wolle man sie zuerst erneuern.

Dafür werde man die Dachziegel aufnehmen und das Innere der Kirche vor Feuchtigkeit stattdessen vorübergehend mit Planen und Folien schützen müssen. Nur so kämen die Arbeiter an die Holzbalken, "von denen wir so viele, wie nur irgendwie möglich erhalten wollen. Aber stellenweise wird uns nichts anderes übrig bleiben, als durch neue zu ersetzen, weil die Schädigung des Holzes in einigen Bereichen viel zu weit vorangeschritten ist", sagt der Architekt. Das Gutachten zeige sehr genau auf, welche Balken bleiben sollen und können sowie welche nicht mehr zu retten sind.

Finanzierung steht

Die Ahlsdorfer Kirche wird darüber hinaus weitere zwei Jahre eine Baustelle bleiben. Außen wie innen ist schließlich noch viel zu tun. Die Sanierungsarbeiten orientieren sich am Geld. Und das wird über drei Jahre gestreckt. "90 000 Euro für dieses Jahr, 355 000 Euro für 2013 und 190 000 Euro für 2014", rechnet Onno Folkerts vor. Insgesamt mehr als eine halbe Million Euro. 400 000 Euro allein sind Fördermittel. 237 000 Euro muss die Kirche als Eigenmittel aufbringen. "Die Finanzierung steht", freut sich der Architekt, denn für ihn ist das das Zeichen, dass er vor Ort loslegen kann.

Doch auch in Kirchenkreisen ist die Freude groß. Schließlich kann das Gotteshaus seit dem Absturz einiger Deckenteile vor einem Jahr nicht mehr genutzt werden. Stattdessen muss die Kirchengemeinde anderweitig Platz für Begegnungen finden. "Hauptsächlich nutzen wir dafür das ehemalige Pfarrhaus. Es gehört heute der Gemeinde und wird uns zur Verfügung gestellt", berichtet Pfarrer Volkmar Homa. Weil es aber der Allgemeinheit zur Verfügung stehe, sei es nicht an jedem Wochenende frei, wenn Gottesdienst gefeiert werden oder ein anderes kirchliches Miteinander stattfinden soll. "Dann müssen wir ausweichen. Wir waren schon im Teehaus im Park, aber auch in einer von Privatleuten zur Verfügung gestellten Garage", erzählt Homa, der mit dem Zustand noch einige Monate klarkommen muss. Aber Besserung ist ja jetzt in Sicht.

Sylvia Kunze

Lausitzer Rundschau vom 18. August 2012

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