NACHGEFRAGT: "Jeder Betrag hilft"

Sanierung der Kirche in Cammer: Pfarrer Jens Meiburg sagt der MAZ, wann es losgeht und was geplant ist

Im Frühjahr hatte Brandenburgs Wissenschaftsministerin Sabine Kunst (parteilos) einen Förderscheck zur Sanierung der Kirche in Cammer übergeben. Pfarrer Jens Meiburg erklärt gegenüber Andreas Koska, warum noch nicht gebaut wird und wie der Zeitplan ist.

MAZ: Herr Meiburg, wann ist mit dem Baubeginn an der Kirche zu rechnen?

Jens Meiburg: Nach einigen Vor-Ort-Terminen mit zu beteiligenden Behörden für Naturschutz und Denkmalpflege erwarten wir innerhalb der nächsten 14 Tage die Baugenehmigung. Wenn wir diese haben, kann ein Leistungsverzeichnis erstellt werden, welches etwaige Auflagen der Baugenehmigung aufnimmt und die Grundlage für die danach folgende Ausschreibung der Arbeiten der einzelnen Gewerke ist. Diese Ausschreibung sollte mit der Beauftragung der Firmen bis Ende September, Anfang Oktober abgeschlossen sein. So könnten ab der zweiten Oktoberwoche die Handwerker tatsächlich loslegen und wir endlich auch sehen, dass es mit der Sanierung des Kirchturms voran geht.

Die gesamte Sanierung wird wesentlich mehr kosten als die schon vorhandenen 130 000 Euro, wie wollen Sie die Finanzen aufbringen?

Meiburg: Zur Finanzierung des Gesamtprojektes von 330 000 Euro hat sich inzwischen folgendes ergeben. Der erste Bauabschnitt mit seinem Volumen von 105 000 Euro ist ja durch die Förderung des Landes Brandenburg in Höhe von 52 500 Euro, der Landeskirche mit 18 000 Euro, des Kirchenkreises mit 5000 Euro, der Mittelbrandenburgischen Sparkasse mit 5000 Euro und aus Rücklagen der Kirchengemeinde in Höhe von 24 000 Euro finanziell abgesichert. Durch die großzügige Zusage der Union der Evangelischen Kirchen für die Sanierung unserer Kirche in Cammer in Höhe von 45 000 Euro konnten wir die Bauabschnitte 2 und 3 zusammenfassen und haben dafür beim Land Brandenburg 112 500 Euro, bei der Landeskirche 22 500 Euro und beim Kirchenkreis 5000 Euro beantragt.

Das genügt aber wohl dennoch nicht?

Meiburg: Darüber hinaus ersuchen wir noch bei verschiedenen Stiftungen um weitere Unterstützung und hoffen dabei insgesamt 10 000 Euro einzuwerben. Der verbleibende Rest von 30 000 Euro sowie etwaige Mehrkosten und nicht förderfähige Arbeiten am Glockenstuhl sind von der Kirchengemeinde aufzubringen.

Wie soll das geschehen?

Meiburg: Dafür bitten wir herzlich bei den Bürgern um Spenden. Jeder Betrag hilft dabei, unsere Kirche in Cammer für die nachfolgenden Generationen zu erhalten.

Ist eine "offene Baustelle", also die Möglichkeit, den Bürgern den Baufortschritt zu erklären, geplant?

Meiburg: Zu gegebener Zeit wird es auch eine Baustellenbesichtigung geben, bei der Interessierte Einblicke in die Geheimnisse der Turmkonstruktion gewinnen können.

Märkische Allgemeine vom 30. August 2012

   Zur Artikelübersicht