Jetzt geht es endlich rund

Sanierung der Grüninger Kirche hat begonnen / Dach ist zuerst an der Reihe

GRÜNINGEN - Die kleine Grüninger Kirche, die 50 Jahre lang nicht genutzt wurde, versprüht morbiden Charme. "Die wird etwas ganz Besonderes sein", prophezeit Dagmar Aehlich von der Unteren Denkmalschutzbehörde. Aufschluss soll eine bauhistorische Betrachtung geben, mit der am 11. September begonnen wird. Bereits am Montag legen die Gerüstbauer aus Ziesar los, damit die Caputher Dachdeckerei Blank für die Untersuchung ringsherum einen Streifen vom alten Belag aufnehmen kann.

Bei der gestrigen Bauanlaufberatung legte Architektin Heidrun Fleege mit den Gewerken die Marschrichtung für den ersten Bauabschnitt fest. Mit Hilfe einer Förderung aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes, Eigenmitteln des Kirchspiel Flämingtor-Wollin, einer Zuwendung des Kirchenkreises Elbe-Fläming, des Landkreises Potsdam-Mittelmark und der Firma Blank sind rund 140 000 Euro veranschlagt. Dach und Dachstuhl des Kirchenschiffes werden saniert und das Traufgesims instand gesetzt. Jedoch weist der Traufbereich durch echten Hausschwamm und Hausbocklarven starke Schädigung im Bereich der Mauerlatten und vier Bundbalken-Köpfe auf. Für die Firmen Rema aus Magdeburg und Bausanierung Altenkirch/Tomaschewski aus Brandenburg gibt es also viel Arbeit. Auch für Dachdeckermeister Wolfgang Blank, der die alten Handstrichbiber weitgehend wieder verwendet und 11 000 Stück als Ersatz für die bituminöse Wellpappe nachliefert. Ohne die von ihm vorgenommene Notsicherung mit Blech wäre es aus Aehlichs Sicht fraglich, ob das Bauwerk noch sanierungsfähig wäre. So habe man gerade die Kurve gekriegt.

"Wir sind froh, dass es mit der Rettung der Grüninger Kirche losgeht, denn sie gehört zum Dorf", sagen der konfessionslose Bürgermeister Martin Schäfer und Kirchenälteste Waltraud Schindler. Mit Fassade und Fenster soll es 2013 weitergehen, allerdings seien noch Spenden nötig. Ein Gemeindemitglied wird in Grüningen mit der Sammelbüchse von Tür zu Tür gehen. (Von Claudia Nack)

Märkische Allgemeine vom 30. August 2012

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