Löcher in der Decke

Gemeindeabend zur Zukunft der Tornower Kirche

TORNOW - Die Zukunft der Tornower Kirche (Lkrs. Oberhavel) ist ungewiss. Öffentlich genutzt werden darf das Gotteshaus schon seit einiger Zeit nicht mehr es ist gesperrt. Bei einem Gemeindeabend am morgigen Mittwoch um 18.30 Uhr im Pfarrhaus soll es deshalb um die Frage gehen, ob die Kirche verkauft werden kann oder sich genügend Unterstützer für die Gründung eines Fördervereins finden. "Wir müssen was machen", sagte Christian Albroscheit gestern. "Es ist eine spannende Frage, wie die Menschen, auch die Nichtreligiösen, zu der Kirche stehen", so der Pfarrer, der zu diesem Gemeindeabend ausdrücklich alle Bürger und Interessierte einlädt.

Der Verfall der Kirche schreite voran, die Schäden sein inzwischen eklatant. Viele Quadratmeter der Unterdecke seien offen und der Holzwurm habe emsig an der Zersetzung der Balken gearbeitet, erklärte Albroscheit. Die vor einigen Jahren zur Stabilisierung der Decke eingefügten Joche hätten durch ihren Druck die Decke noch mehr brechen lassen. "Wir gehen auf den Winter zu und ich weiß, wie die Kirche von innen aussieht, wenn Schneekegel unter der Dachfläche liegen", so Albroscheit.

Für Gottesdienste werde das Haus nicht mehr gebraucht. Die hätten schon seit den 70er-Jahren nur noch unregelmäßig stattgefunden. Der Pfarrer sieht indes eine Chance darin, die Kirche als Ort der Begegnung zu öffnen. Das Interesse, sagt er, sei da. Immer wieder gebe es beispielsweise Anfragen von Hochzeitspaaren, die sich dort trauen lassen wollen. Mut, sagte Albroscheit, mache ihm dabei auch das Spendenaufkommen für die Sanierung der Kirche. Allein 1200 Euro seien nach einem Aufruf des Förderkreises "Alte Kirchen" zusammengekommen. Das Interesse an dem Gotteshaus schreibt Albroscheit der Entwicklung Tornows insgesamt zu. "Unser Ort ist so nett geworden, viel lebendiger. Es kommen immer wieder neue Leute."

Neben der Möglichkeit, einen Förderverein zu gründen, der sich für die Sanierung einsetzt, gäbe es auch einen Kaufinteressenten für das Gotteshaus. Albroscheit sagt, er habe seit längerem Kontakt zu dem möglichen Investor, der die Kirche gerne übernehmen und finanziell für die Wiederherrichtung aufkommen würde gleichzeitig aber auch Zusagen an die Gemeinde gemacht habe.

Eine ähnliche Offerte hat es vor sechs Jahren schon einmal gegeben. Damals war der Kaufvertrag fast unterschriftsreif, bis die Kirche einen Passus einfügen ließ. Daraufhin seien die Investoren abgesprungen. (Von Cindy Lüderitz)

Märkische Allgemeine vom 11. September 2012

   Zur Artikelübersicht