Kirchen-Engel erstrahlen in neuem Glanz

Eberswalde (MOZ) Das im zarten Rot gestaltete Deckengewölbe des Altarraums der evangelischen Kirche von Finow erstrahlt in neuem Glanz. Am kommenden Sonntag wird der Sanierungserfolg mit einem Apsis-Engel-Fest gefeiert. Zuvor erledigen die Maler noch wichtige Restarbeiten.

 
Mit Feingefühl und Handwerkskunst: Malermeister Olaf Murawski setzt im sanierten Altarraum des Finower Gotteshauses gekonnt farbliche Akzente.
© MOZ/Sven Klamann

Die Diplom-Restauratorin Sonia Cardenas aus Berlin und ihre Helfer haben in dem von 1889 bis 1891 errichteten Gotteshaus ganze Arbeit geleistet. Die auf einer Fläche von 30 Quadratmetern aufgetragene Deckenmalerei sieht wieder so frisch aus wie 1930, als der Berliner Kirchenmaler Paul Thol sein Restaurierungswerk vollendete. Doch vor allem an den Seitenwänden des Altarraums ist seine künstlerische Handschrift nur noch ansatzweise zu erkennen. "Wir zeigen bewusst an einigen wenigen Stellen, wie die Wände bis in die achtziger Jahre aussahen, bevor sie mit Weiß übertüncht wurden", verrät der Finower Gemeindepädagoge Martin Appel, der die erhaltenen Blumenmuster als Tapeten-Stil bezeichnet.

Die Diplom-Restauratorin hat die ursprünglichen Farbschichten ermittelt, die jetzt in enger Absprache mit dem Denkmalschutz vor ihrer Rückkehr an die Wände des Altarraums stehen.

Die handwerklich ebenso schwierige wie anspruchsvolle Aufgabe hat die Malerfirma von Helmuth Adams übernommen, dessen Herz für Kirchen und für seinen Ortsteil Finow schlägt. Umso glücklicher ist er über den Auftrag. "Wir verwenden Leim in vier Farben: Rot, zwei Grautöne und Schwarz", berichtet der Firmeninhaber, der froh ist, dass er mit Olaf Murawski einen Meister beschäftigt, der wie er vom alten Schlag ist und daher noch die überkommenen Handwerkstechniken beherrscht. "Der Umgang mit Leimfarbe wird in der Ausbildung heute gar nicht mehr behandelt", sagt Helmuth Adams.

Die Schwierigkeiten hätten schon beim Aufbringen des Untergrundes angefangen. "Wir durften die alten Farbschichten ja nicht zerstören, brauchten aber trotzdem eine gleichmäßige Oberfläche", sagt Olaf Murawski, der für eine kurze Pause von der Leiter gestiegen ist. Die Feinarbeiten erledigt er mit einem Pinsel, weil es nötig gewesen wäre, für den Einsatz einer Farbpistole die Wände großflächig abzukleben. "Und das kam ja gleich gar nicht in Frage", sind sich die beiden Meister einig, die sich auf den Festgottesdienst zum Abschluss der Sanierung freuen.

Noch hat der Pfarrer die knapp 25 000 Euro nicht zusammen, die die 1800 Gläubige betreuende Kirchengemeinde Finow für die Frischzellenkur in der Apsis aufbringen muss. Daher werden bis zum Jahresende weiter Spenden gesammelt.

Märkische Oderzeitung vom 12. September 2012

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