Schwellentausch bei der Schönberger Kirche

Schönberg/Mark (MZV) Fast schon behutsam trägt Reinhard Wildt den Mörtel auf den Backstein auf. Immerhin geht es um den Erhalt des ältesten Bauwerks in Schönberg: Die Restauration der Fachwerk-Kirche nimmt zurzeit Fahrt auf.

 
Unter der Schwelle, dem untersten Balken des Fachwerks, kommen ganz neue Backsteine. Ansonsten werden die alten, die aus den Gefachen geklopft werden, abgeputzt und wieder verwendet.

Bereits im vorigen Jahr sind das Dach und der Turm erneuert worden. Seit vorigen Monat geht es unter anderem um die Außenwände nicht einfach, denn das Schönberger Gotteshaus gehört zu den wenigen im Land mit Fachwerk-Ansicht.

Deshalb schauen Zimmerer und Maurer abwechselnd an der Baustelle vorbei. Wildt und sein Kollege Hans-Joachim Gläsel sind seit voriger Woche da. Zuvor hatten die Zimmerer die ganze untere Schwelle also den als tragendes Element bedeutenden untersten Fachwerk-Balken vollständig erneuert. Während Wildt nun diesen mit Steinen buchstäblich untermauert, ist Gläsel dabei, aus dem Fachwerk des Chors, also des Ostteils der Kirche, die alten Steine aus- und den Putz abzuschlagen.

Das muss durchaus behutsam geschehen. Denn nur für die Schwelle sind neue Backsteine herangeschafft worden. "Normalerweise putzen wir die alten Steine ab, um sie nachher wieder hereinzusetzen", sagt Wildt. Doch unter der Schwelle sollte schon nigelnagelneues Mauergut Stabilität garantieren: "Die alten Steine waren viel zu sehr angegriffen gewesen", findet Wildt.

Die Arbeiten sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen sein. Laut Wolfram Schwelgin vom bauüberwachenden Büro IBS in Hoppegarten sollte dieses Ziel noch zu schaffen sein. "Nächste Woche können die Zimmerer am Chor anfangen", spricht er den vom Turm aus gesehen hinteren Teil der Kirche an. Zirka zwei Wochen werden sie zu tun haben, die Balken, bei denen es notwendig ist, durch neue zu ersetzen. Ansonsten gilt beim Holz wie beim Stein: "Was man erhalten kann, werden wir auch wieder verwenden", so Schwelgin.

Dazu gehört auch, dass die Schablonenmalerei an der Decke zum Teil erneuert werden muss eigentlich ungeplant. Aber im vorigen Jahr war bei der Dachsanierung Regenwasser dick und nass auf die Decke getropft und hatte einen Teil der Malerei zerstört.

Mittlerweile, so Schwelgin, sei geklärt, dass die Firma für den Schaden aufkommt. "Die Kirchengemeinde wird dafür nichts zahlen müssen", sagt Schwelgin. Wie viel das gekostet hat, konnte er gestern nicht sagen. Klar ist aber, dass die Reparatur des Wasserschadens erst im nächsten Jahr erfolgen kann.

Der zweite Bauabschnitt des laufenden Jahres wird voraussichtlich 140000Euro kosten. Ob noch ein dritter erfolgen wird, ist noch nicht klar. "Wichtig ist erstmal, dass die statische Sicherheit wieder gegeben ist", so Schwelgin. Über zusätzliche Arbeiten, zum Beispiel über die Farbe für einen Anstrich, sei auch noch nicht abschließend gesprochen worden.

Märkische Oderzeitung vom 19. September 2012

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