Kirche schweißt ganz Annahütte zusammen

Spontane Spendensammlung für den Kirchturm erbringt mehr als 1000 Euro

ANNAHÜTTE In der Not halten die Annahütter zusammen. Die Nachricht vom 30 000 Euro teuren Dach- und Mauerwerksschaden am Kirchturm der 107 Jahre alten Henriettenkirche hat im Ort eine Spendenwelle ausgelöst. Eine Sammlung in der Park-Apotheke hat über 1000 Euro erbracht. In die Sammelbüchse wanderten Cent-Beträge des Wechselgeldes und auch große Scheine.

 
Das Kirchturmdach ist erneut sanierungsbedürftig.
Archivfoto: Rasche/str1

Die beiden schüchternen Grundschüler Richard Eiselt und Lukas Quittel stehen mit ihren Sparschweinen in der Park-Apotheke von Claudia Gärtner. "Bei diesem Anblick ist uns warm geworden ums Herz", erzählt die Initiatorin der Sammlung, die vom Apotheken-Fenster aus das kaputte Kirchturmdach immer im Blick hat.

Die zwei waschechten Annahütter Jungen hatten kein Problem damit, ihr Erspartes zu plündern. Die meisten Kunden stecken das Wechselgeld in das große Glas, das gleich neben der Kasse steht. Einige zücken auch Zehner und Zwanziger.

Das Ergebnis macht Friedhelm Noack, den Vorsitzenden des Fördervereins, sprachlos. "Von solch einer Summe sind wir schon überrascht", sagt er bei der Übergabe.

Auch wenn das Geld für die 30 000 Euro teure Reparatur nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist, wird es dringend benötigt. Durch den Mauerwerksschaden zeigen sich große Wasserflecken an den Wänden, aufblühende Salze beschädigen die Kirchenmalerei, der Putz bröckelt ab und rieselt in die Orgelpfeifen. Erste konkrete Sanierungsvorschläge liegen nach Abschluss der Untersuchungen auf dem Tisch der Gemeinde Schipkau als Eigentümerin. Geplant ist, dass die Arbeiten im kommenden Jahr anlaufen eine gefüllte Haushaltskasse vorausgesetzt. "Der Wille der Annahütter zum Erhalt ihrer Kirche ist uns Ansporn", bestätigt Bauamtschef Harald Konzag die intensive Arbeit am Projekt.

Andrea Budich

Lausitzer Rundschau vom 24. Oktober 2012

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