Nur die Stadt muss noch zustimmen

Kapper Kirche könnte ab nächstes Jahr saniert werden / Zehdenick soll 7000 Euro beisteuern

ZEHDENICK - Das Land Brandenburg hat seine Förderzusage für die Sanierung der Kapper Kirche gegeben. Bedingung: Bis zum 15. Januar muss die Finanzierung stehen und die Baugenehmigung vorliegen. Mit 220 000 Euro kann die Kirchengemeinde und der Verein Kapper Cappe aus dem "Leader-Plus"-Programm rechnen. Nun ist die Stadt Zehdenick gefragt, 7000 Euro zur Finanzierung beizusteuern. Wie das vollzogen wird, muss bis zu den abschließenden Haushaltsberatungen in der Stadtverordnetenversammlung am 13. Dezember geklärt werden. Bürgermeister Arno Dahlenburg versicherte gestern aber, dass am Votum der Stadt nicht das gesamte Projekt scheitern soll.

Alle übrigen infrage kommenden Geldgeber haben bereits signalisiert, sich an dem 350 000 Euro-Vorhaben zu beteiligen. Am Donnerstag dieser Woche wird es noch einmal ein Treffen in der Kapper Kirche geben, bei dem das Konsistorium der evangelischen Kirche – das Equivalent zur weltlichen Verwaltung –, Superintendent Uwe Simon für den Kirchenkreis und auch die Denkmalbehörde dabei sind.

Zu den restlichen Geldgebern gehört neben der Denkmalbehörde des Landkreises sowie der Sparkassenstiftung, der Deutschen Stiftung Denkmalaschutz und der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland auch der Förderkreis "Alte Kirchen". Der hat signalisiert, 2500 Euro dazuzugeben. "Aus denkmalpflegerischer und kulturlandschaftlicher Perspektive ist die Kapper Kirche das markanteste und wertvollste Gebäude des Dorfes und von wichtiger ortsprägender Bedeutung", schreibt der Geschäftsführer des Fördervereins, Bernd Janowski. Hervorzuheben sei insbesondere die kulturelle Nutzung durch den Förderverein. "In den wenigen Jahren ihres Bestehens haben sich die Kapper Brunchkonzerte zu einem überregional wahrgenommenen kulturellen Ereignis entwickelt, was durch die Aufnahme in das Programm der ’Kulturfeste im Land Brandenburg’ bereits eine verdiente Würdigung fand."

Sollten nun auch die Zehdenicker ihre Beteiligung absegnen, könnten die Bauarbeiten an der 1891 geweihten Kirche schon im nächsten Jahr beginnen. Als erstes ist der Turm an der Reihe, der im Übrigen wieder in seinen Originalzustand zurückversetzt werden soll. Seit den 70er Jahren fehlt die Spitze. Im Anschluss soll das Kirchenschiff saniert werden.

Der Vereinsvorsitzende Christian Schulze sieht den Dingen, die da kommen, sehr positiv entgegen. Die Konzerte für das nächste Jahr stehen bereits fest. Derzeit gehe es in der Vereinsarbeit bereits darum, das musikalische Programm für 2014 vorzubereiten. Im nächsten Jahr wird es neben den vier Schorfheider Brunchkonzerten auch ein Oster- und ein Adventskonzert geben. Zudem sind drei Sonderevents geplant, bei denen die Kirche als Ort des Musizierens an einen Veranstalter vermietet wird. (Von Andreas Röhl)

Andreas Röhl sieht die Sanierung der Kapper Kirche als Chance für Zehdenick

Gutes Geschäft

Sollte es am Ende mit der Finanzierung klappen, dann hat die Kapper Kirchengemeinde und mit ihr der Förderverein Kapper Cappe ganze Arbeit geleistet. Ein 350 000 Euro teures Projekt ist nicht mal so nebenbei zu stemmen. Man muss mutig sein und hartnäckig sowieso, um in so kurzer Zeit die Finanzierung dafür zu sichern. Die Stadt Zehdenick sollte sich angesichts des zu erwartenden Fördergeldes, dass das Land in Höhe von 63 Prozent der Gesamtsumme ausreicht, und der 10 000 Euro, die die Denkmalbehörde des Kreises beisteuert, nicht lange bitten lassen und selbst die noch fehlenden 7000 Euro bewilligen. Nicht aufgezählt als Finanziers sind Stiftungen sowie die Evangelische Kirchengemeinde selbst. Zehdenick hätte nur zwei Prozent der Gesamtsumme zu tragen. Dafür bekommt die Stadt in einem ihrer Ortsteile das markanteste Bauwerk saniert, ohne weiter irgendetwas dafür tun zu müssen. Ohne Zweifel besitzt die Kapper Kirche mit den Brunchkonzerten eine Ausstrahlung weit über die Grenzen der Region hinaus. Da das Land sein Leader-Programm, mit dem solche Investitionen im ländlichen Raum gefördert werden, demnächst beendet, ist jetzt letztmals die Chance da, eine so große Finanzspritze zu erhalten. Zehdenick kann nur profitieren.

Märkische Allgemeine vom 27. November 2012

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