Martin hilft Martina

Domkurator spendet für Päwesiner Dorfkirche

PÄWESIN - Martin Martiny ist als Mann des Brandenburger Domstifts bekannt. Für den ehemaligen Vattenfall-Vorstand und heutigen Kurator ist kein Weg zu weit, wenn es darum geht Geld für den Erhalt der Wiege der Mark einzuwerben. Und Millionen werden für den Dom noch gebraucht.

Doch auch ein Domkurator hat ein Privatleben. Dazu gehört der 70. Geburtstag, den Martiny vor wenigen Wochen feierte. Statt Blumen bat der Jubilar um Spenden für ein anderes Gotteshaus, das ihm am Herzen liegt die Barockkirche in Päwesin. Das Ergebnis ist beeindruckend. Genau 5005 Euro übergab Martiny jetzt an den Päwesiner Gemeindekirchenrat zur dringend nötigen Überarbeitung der Kirchenfenster. "Als Domkurator möchte ich zeigen, dass wir ein historisches Umfeld mit über 30 Dörfern und zahlreichen Einzelgütern haben, die einst zur ökonomischen Basis des Domkapitels gehörten. Mit der Spende gebe ich etwas davon in die Region zurück." Eine zweite Summe ist für das Heimatmuseum in Tremmen bestimmt.

Während seiner Recherchen zur Päwesiner Barockkirche stellte Martiny fest, dass ein einstiger Zögling und Direktor der Ritterakademie Baumeister des 1727/28 errichteten Gotteshauses war. Bei einer launigen Runde im Päwesiner Pfarrhaus verwies Martiny auf eine weitere Gemeinsamkeit zwischen Domstift und Pfarrsprengel. "Ihre Pfarrerin heißt Martina, ich heiße Martin da muss doch die Chemie stimmen."

Pfarrerin Martina Reif war erfreut über die Zuwendung. Von dem Geld sollen die hölzernen Rahmen der Stichbogenfenster überarbeitet und gestrichen werden. Das eine oder andere Bleiglas ist wohl auszuwechseln. Freude auch bei der Kirchenältesten Elli Fleischer, die nach kriegsbedingter Flucht aus Ostpreußen seit 1946 in Päwesin lebt: "Die Kirche ist zu meinem zweiten Zuhause geworden. Immer haben sich Menschen gefunden, die sich um ihren Erhalt kümmern." (bür)

Märkische Allgemeine vom 05. Dezember 2012

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