Die ersten Balken sind erneuert

Rettung für Grüninger Kirche angelaufen

GRÜNINGEN - Der erste Bauabschnitt zur Sanierung der Grüninger Kirche ist fast getan. Deshalb öffneten der Gemeindekirchenrat und die Kommune das Gotteshaus für einen Tag interessierten Besuchern. Als Wenzlows Bürgermeister Martin Schäfer die Kirchentür aufschloss, hatten sich rund zwanzig Gäste versammelt, die sich für das Schicksal der lange Zeit vergessenen Kirche interessierten.

Spärlich war das Licht im Innenraum der Kirche, denn die Fenster sind immer noch mit Brettern vernagelt. "Dennoch ist diese Kirche zu schön, um sie leer stehen zu lassen", meinte Pfarrer Thorsten Minuth. Abgebröckelter Putz, ein kaputter Fußboden, zerstörtes Mobiliar und aufgestellte Gerüste machen deutlich, dass hier noch eine Menge zu tun ist.

Doch es gibt Hoffnung auf Rettung. Zimmerleute haben in mühsamer Arbeit marode Balken ausgebessert oder gänzlich ausgetauscht. "Ein Holzgutachten ergab, dass die Bäume für den Dachstuhl, der bereits schon einmal 1750 erneuert wurde, um 1740 in unserer Region gefällt wurden. Wenn die Gemeinde Wenzlow Anfang 2000 nicht mit der Sanierung des Kirchturmes begonnen hätte, wäre unsere Kirche dem weiteren Verfall preisgegeben worden", informierte Bürgermeister Schäfer.

"Wir wollen als Erstes die Sakristei nutzbar machen und wenn es die Bauarbeiten zulassen, werden wir im Frühjahr 2013 die Osternacht feiern. Ziel ist es erst mal die Kirchenfenster mit einfachen Glasfenstern zu verschließen, die später durch bleiverglaste Fenster ersetzt werden sollen", kündigte Pfarrer Thorsten Minuth an. "Ein Anfang ist gemacht für den Wiederaufbau unserer Kirche. Nun wollen wir Spendengelder sammeln, um als Kirchengemeinde die Restaurierung zu unterstützen", sagte Kirchenälteste Waltraud Schindler.

Die Idee, aus dem Grüninger Gotteshaus eine Autobahnkirche zu machen, ist noch nicht aufgegeben. "Die gesamte Gemeinde muss dazu stehen, um die geforderten Auflagen umzusetzen und erfüllen zu können. Wir wollen, dass dieses Gotteshaus für alle offen steht und für die unterschiedlichsten Veranstaltungen genutzt werden kann", so Pfarrer Minuth. (Von Silvia Zimmermann)

Märkische Allgemeine vom 12. Dezember 2012

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