"Vergessene Kunstwerke"

Spendenkampagne für kirchliche Kunstschätze in Brandenburg gestartet

 
Sabine Kunst.
Foto: MAZ/ Hübner

Potsdam - Nach den vielen Erfolgen bei der Sanierung evangelischer Dorfkirchen seit 1990 sollen in Brandenburg nun verstärkt auch gefährdete kirchliche Kunstschätze restauriert werden.

Dazu wurde von der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, dem Förderkreis Alte Kirchen und dem Landesdenkmalamt die Spendenkampagne "Vergessene Kunstwerke" gestartet, die am Montag in Potsdam vorgestellt wurde.

Erstes Projekt ist die rund 32.000 Euro teure Restaurierung eines Altars von 1608 in der einst vom Braunkohletagebau bedrohten Dorfkirche von Laubst in der Lausitz. Es sei ein "denkmalpflegerischer Glückszustand", dass der Altaraufsatz mit mehreren Gemälden biblischer Geschichten und Schnitzfiguren über die Jahrhunderte hinweg originalgetrau erhalten geblieben sei, sagte Landeskonservator Thomas Drachenberg.

Inzwischen sei das Kunstwerk jedoch unter anderem durch Holzwurmfraß und Farbverlust vom Verfall bedroht. Auch die Dorfkirche selbst müsse dringend weiter saniert werden.

Wegen baulicher Mängel sei inzwischen die Turmhaube abgenommen worden, die Turmspitze stehe nun seit einigen Monaten neben der Kirche auf der Erde.

Von den rund 1.600 evangelischen Dorfkirchen in Brandenburg sei 1990 rund die Hälfte einsturzgefährdet gewesen, sagte Konsistorialpräsident Ulrich Seelemann. Derzeit seien noch rund 200 Kirchen bedroht.

Künftig müsse nun die Bewahrung der Ausstattung der Kirchen stärker in den Mittelpunkt rücken, betonte der Chefjurist der evangelischen Landeskirche. "Das ist ein ganz großer Schatz, den wir mehr oder weniger flächendeckend in Brandenburg haben." Die "Schätze in den Kirchen" seien für das gesamte Land von großer Bedeutung, fügte Kulturministerin Sabine Kunst (parteilos) hinzu. Epd

Märkische Allgemeine vom 17. Dezember 2012

   Zur Artikelübersicht