Mauer der Ignoranz

Zehdenicks Stadtverordnete lässt es völlig kalt, dass sie in Kappe ein durchgeplantes Projekt scheitern lassen

ZEHDENICK - Für den Vorsitzenden des Fördervereins Kapper Cappe war es ein kleiner Schock. Bis vergangenen Donnerstag ist Christian Schulze fest davon ausgegangen, dass die Zehdenicker Stadtverwaltung und mit ihr die Stadtverordneten einen Weg finden werden, um die Finanzierung der Kapper Kirchensanierung zu sichern. Am Freitag wollte er der Sparkasse (Fördergeber) das Signal geben, dass die Stadt sich ebenfalls engagiert. Zumal ihm in vorangegangenen Gesprächen in der Zehdenicker Verwaltung sogar vermittelt worden sei, dass nur eine haushalterische Lösung gesucht werden müsse, wie dieses Geld bereitgestellt werden könne, sagt er. Eine Formalie quasi.

Die Fakten: Die Sanierung der Kirche kostet insgesamt 350 000 Euro. 220 000 Euro kommen aus dem "Leader-Plus"-Programm des Landes Brandenburg, 2500 Euro vom Förderkreis "Alte Kirchen". Die Kirchengemeinde gibt 7412 Euro, der Kirchenkreis 10 000 Euro, die Landeskirche 40 000 Euro und verschiedene Stiftungen noch einmal 40 000 Euro. Die Denkmalbehörde sitzt mit 10 000 Euro im Boot. Nicht zuletzt hat auch der Förderverein einen Eigenanteil zu erbringen.

Da die Stadt nun als Unterstützer wegbricht sie sollte eigentlich nur einen Anteil von lediglich zwei Prozent an der Gesamtinvestition tragen steht der Förderverein möglicherweise vor den Scherben seiner Anstrengungen. Christian Schulze möchte in den nächsten Tagen versuchen, über Spenden das fehlende Geld zusammen zu bekommen, um Mitte Januar nicht sagen zu müssen: Wir könnnen die eingeplanten 343 000 Euro nicht einsetzen, weil uns 7000 Euro fehlen. Das wäre ärgerlich, weil es künftig kein "Leader-Plus"-Programm mehr gibt, mit dem sehr großzügig Projekte im ländlichen Raum gefördert werden.

Wer den Förderverein Kapper Cappe unterstützen möchte, kann dies im Übrigen über eine Spende tun. Der Vereinsvorsitzende Christian Schulze hat die Hoffnung nicht aufgegeben, die Finanzierung bis Mitte Januar doch noch zustande zu bekommen.

Kontakt 0 33 07/31 51 10 (Von Andreas Röhl)

Märkische Allgemeine vom 20. Dezember 2012

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