Bad Belziger Marienkirche fertig saniert

Handwerker bauen letztes Fenster ein / Förderverein löst sich auf / Pläne für Ausbau des Innenraums

BAD BELZIG - Das Dach ist gedeckt, die Mauern sind verputzt und das restaurierte Bleiglas blitzt die Bad Belziger Marienkirche ist fertig saniert. Gestern setzte Glasermeister Jörg Gauruhn das letzte Fenster in das Gotteshaus ein. "Damit sind die Arbeiten nach vier Jahren abgeschlossen, für uns ist das ein großer Segen", sagte Pfarrer Claas Henningsen. "Ich hoffe, dass die Kirche nun für die nächsten Generationen erhalten bleibt."

Die aufwändigen Reparaturen und Umbauten an dem historischen Gebäude haben laut Henningsen rund 550 000 Euro verschlungen. "Das ist eine große Summe, sie kam aus vielen verschiedenen Töpfen", berichtete der Geistliche. Der Bund, das Land, der Kreis sowie die Stadt hatten unter anderem Geld gegeben. Auch die Gemeinde und der eigens für die Sanierung vor vier Jahren gegründete Förderverein steuerten ebenfalls Finanzen bei. Die Aufgabe des Vereins ist jetzt vollbracht. "Wir lösen uns zum Jahresende auf, das hat der Vorstand so beschlossen", erklärte Vorsitzender Gerd Pohl gestern in einem MAZ-Gespräch. Er sei sehr froh, dass die Sanierung nun abgeschlossen sei, sagte Pohl.

Claas Henningsen lobte die Arbeit des Gremiums. "Ohne den Verein hätten wir die Sanierung gar nicht so durchführen können", so der Pfarrer.

Sein Vorgänger Klaus-Gerhard Reichenheim hatte die Arbeiten noch auf den Weg gebracht. Die ersten Handwerker waren im Frühjahr 2009 angerückt. Eine böse Überraschung gab es für sie in luftiger Höhe. Feuchtigkeit hatte den Fugenmörtel am Turm so bröckelig gemacht, dass er in großen Teilen einfach lose war und herabzustürzen drohte (die MAZ berichtete). Das lag Experten zufolge besonders an dem zu DDR-Zeiten verbauten Zement.

Das Mauerwerk ist nun trocken gelegt. Ein spezieller Mörtel zieht die Feuchtigkeit aus den Steinen. "Das dauert jetzt noch rund zehn Jahre", erklärte Claas Henningsen.

Doch schon vorher wird es eine neue Baustelle geben. "Der Innenraum soll saniert werden", kündigte der Geistliche an. Vorgesehen seien der Einbau von Stühlen auf einem beweglichen Podest und eine ebenfalls mobile Heizung. Zwischen 100 000 und 300 000 Euro seien dafür nötig, sagte Henningsen. Sein Ziel sei es nach wie vor, einen multifunktionalen Raum zu schaffen, der auch für Veranstaltungen von Stadt und Kreis nutzbar sei.

Weiter geht derweil der Aufbau des Orgelmuseums. Sechs historische Instrumente sind bereits zu sehen. "Drei davon spielbar", sagte der Pfarrer.

Gottesdienste zu Heiligabend um 15 und 17 Uhr in St. Marien Bad Belzig. (Von Hermann M. Schröder)

Märkische Allgemeine vom 22. Dezember 2012

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