Prozession von Kirche zu Kirche

Weihe für neue Glocke und saniertes Gotteshaus in Brück-Rottstock gefeiert

BRÜCK - Mit einer Prozession betraten Brücker Christen am 6. Mai Neuland. Hunderte Gäste zogen an jenem Sonntag hinter der neuen "Jesus ruft"-Glocke von der Brücker Lambertuskirche in den drei Kilometer entfernten Stadtteil Rottstock. Zuvor war Helmut Kautz bei einem Festgottesdienst in der Brücker Lambertuskirche in sein Amt als Pfarrer eingeführt worden.

Im Stadtteil Rottstock wurden sodann die sanierte Kirche und ihre neue Glocke geweiht. An der Spitze des Festzuges hatte Fritz Hübner die 2011 gegossene Glocke kutschiert. Die 700 Kilogramm schwere, wertvolle Fracht wurde von einem zweiten Fuhrwerk flankiert. Auf diesem musizierte der Bad Belziger Kantor Winfried Kuntz an einer Orgel. Die Glockenprozession erregte viel Aufsehen.

Neben Pfarrer Kautz kamen in Rottstock viele weitere Menschen am Ziel ihrer Wünsche an. Zu ihnen gehören Uta und Detlev Seeliger. Sie stifteten im September 2011 den Guss der "Jesus ruft"-Glocke, bangten zwischenzeitlich um das Gelingen und gaben später den Glauben an die vom Wanderglockengießer Peter Glasbrenner für missglückt erklärte Glocke nicht auf. Sie schlossen sie trotz eines Makels in ihr Herz.

Am Ziel ihrer Wünsche ist auch die Rottstocker Kirchengemeinde. Sie konnte nach fast zweijähriger Sanierung die Weihe ihrer Kirche und der neuen Glocke feiern. Zudem war nach ihrer Restaurierung die aus dem Jahr 1248 stammende Glocke im Turm erklungen. Sie ist der zweitälteste, datierte Klangkörper seiner Art in Brandenburg.

Insgesamt waren die Arbeiten am Gotteshaus von Geheimnissen begleitet. So war nach Abschluss der Untersuchungen durch Berliner Experten im Dezember klar, dass das Eichenholz eines Balkenfragments, das Anfang Juli bei Grabungen in der Kirche gefunden wurde, exakt 1079 Jahre alt ist. "Damit gehört der hölzerne Vorgängerbau des heutigen Gotteshauses zu den ersten, die in der Region gebaut wurden", erklärte Arco Dinter. Die Balkenfunde waren für die Archäologen von größerem Interesse als die ebenfalls entdeckten Grabanlagen unter dem Altarraum mit zunächst weniger spektakulärem Inhalt. In einer tieferen Schicht kam dann aber auch das Skelett eines Ur-Rottstockers aus dem Mittelalter ans Tageslicht. (Von Bärbel Kraemer)

Märkische Allgemeine vom 02. Januar 2013

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