Bischof Dröge zufrieden mit Rettung von Kirchenbauten

Berlin/Potsdam (dapd) Der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge, sieht die Sanierung von Kirchen auf einem guten Weg. Während nach der Wiedervereinigung etwa die Hälfte der 2.000 Gotteshäuser in einem bedenklichen Zustand gewesen seien, bestehe zurzeit nur noch für weniger als 200 Dorfkirchen in der Mark und in Ostsachsen Gefahr, sagte er im Interview mit der Nachrichtenagentur dapd. "Für die Sanierung und den Erhalt hat die Landeskirche gemeinsam mit den Bundesländern, Kommunen, Landkreisen, der EU, mit den Kirchenkreisen, den Kirchengemeinden und Kirchbauvereinen sowie mit Stiftungen, Fördervereinen und Spendern Großes geleistet", sagte Dröge. "Zahlreiche Kirchengebäude konnten in letzter Minute gerettet werden, worüber wir sehr glücklich sind." Dröge sagte, seit den 1930er Jahren bis zur Wiedervereinigung hätten es viele Kirchgemeinden schwer gehabt, die Gebäude zu erhalten. Daher habe es noch 1995 rund 800 Dorfkirchen gegeben, die in ihrem baulichen Bestand gefährdet waren.

Seither aber seien jährlich für die Sanierung und den Erhalt von Kirchen von allen Akteuren insgesamt bis zu 20 Millionen Euro investiert worden. "Damit konnte bei vielen Kirchen der Verfall aufgehalten werden. Wenn staatliche und private Zuwendungen weiter fließen wie in den vergangenen 15 Jahren, werden auch noch viele weitere Kirchen gerettet werden können", zeigte sich der Bischof zuversichtlich. Dröge hob hervor, dass im ländlichen Raum trotz prozentual weniger Kirchenmitglieder viele Gebäude in Gemeinschaftsarbeit saniert worden sind. "Christen und Nicht-Christen setzen sich dafür ein, dass ihre Dorfkirche ein Ort lebendiger Kultur bleibt", sagte er.

Damit werde deutlich: Christen seien und blieben ein starker Faktor der Gesellschaft. "Viele mit gutem Einkommen bleiben unserer Kirche treu verbunden, weil sie sehen, dass mit ihrer Kirchensteuer sehr Sinnvolles geleistet wird", sagte er. Neben der Erhaltung von Gotteshäusern stünde die Obdachlosenarbeit und die Kältehilfe ebenso dafür wie die Seelsorge in Krankenhäusern und Gefängnissen.

Märkische Oderzeitung vom 04. Januar 2013

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