Marodes Gebälk wird ausgetauscht

Arbeiten am Prösener Kirchenschiff gestartet / Ab August folgt Trauerhallen-Anbau

PRÖSEN Ein großes Projekt hat die evangelische Kirchengemeinde Prösen in Angriff genommen. Bis zum Sommer sollen Fenster, Teile des Daches und die Decke ihres Gotteshauses erneuert sein. Dann folgt die Gemeinde mit der Trauerhalle.

 

Die alten Bleiglasfenster waren im Dezember ausgebaut worden.
Foto: Klaus Ramm

Die zwei Bleiglasfenster und drei weitere Holzfenster sind vor einigen Tagen wieder eingesetzt worden. Weitere sechs werden etwa Mitte Februar folgen. Klaus Ramm ist Vorsitzender des Gemeindekirchenrates und hat die Bauarbeiten genau im Blick. "Gegenwärtig warten wir auf die Angebote für das Dach und die Decke", sagt der 71-Jährige. Am oberen Gebälk der alten Kirche, die Mitte des 17. Jahrhunderts errichtet und Ende des 18. Jahrhunderts um ein Drittel erweitert worden war, hat im Laufe der Jahre der Zahn der Zeit kräftig genagt. Balkenköpfe sind verfault, Pilz und Schwamm haben dem Holz zugesetzt. Es muss in großem Umfang innerhalb der Dachkonstruktion ausgetauscht werden.

Während die Dacheindeckung in großen Teilen nur im unteren Bereich erneut werden soll, kommt sie an der Sakristei komplett runter und wird ausgetauscht. Ebenfalls die Decke müsse hier völlig erneuert werden, so Ramm: "Unsere Sakristei ist in einem besonders schlechten Zustand."

Möglich werden die Arbeiten nur, nachdem nach jahrelanger Antragstellung nun Fördermittel aus dem Leader-Programm fließen. Insgesamt seien für diesen Sanierungsteil dieses Kirchenschiffes rund 126 000 Euro veranschlagt, sagt der Vorsitzende des Gemeindekirchenrates. Kirchenkreis und Denkmalschutz bezuschussen das Vorhaben ebenfalls. Natürlich leistet auch die Kirchengemeinde ihren Anteil, für den zahlreiche Spendenaktionen gelaufen sind.

Gottesdienste im Pfarrhaus

Bis Ende Juni, so sehen es die Planungen vor, sollen die Kirche wieder begehbar sein. Solange finden die Gottesdienste im Gemeinderaum des Pfarrhauses statt. Im Spätsommer ist ein neuer Anstrich der Fassade vorgesehen. Farblich wird sie dann wie der Glockenturm aussehen, der 2010 erneuert und mit Schiefer eingedeckt worden war.

Auch im nächsten Jahr soll es an der Kirche weitergehen. "Dann renovieren wir sie von innen", blickt Klaus Ramm schon weiter. Wenn jetzt Fenster eingesetzt und teilweise die Decke erneuert werden, sei dieser Schritt dringend notwendig. Die Kirchengemeinde ist längst dabei, auch hierfür Gelder zu sammeln. Das Benefizkonzert zum Jahresende gehörte dazu.

Jetzt wünschen sich die Kirchgänger und ihr Pfarrer Otto-Fabian Voigtländer, dass die Arbeiten zügig voranschreiten. Ebenfalls die Gemeinde Röderland hofft auf die Einhaltung der avisierten Termine. Sie will in diesem Jahr endlich die seit Langem in der Kritik stehende Trauerhalle auf dem Prösener Friedhof in Angriff nehmen. Solange dort Baustelle herrscht, werden Trauerfeiern in der Kirche stattfinden.

Für August ist der Baubeginn auf dem Friedhof angesetzt. Das Dach ist in einem üblen Zustand und wird ebenso erneuert wie die Fassade. Außerdem ist die Trauerhalle viel zu klein. Bei Regen, Schnee und Wind ist ein Teil der Trauergäste gezwungen, vor der Halle zu warten. Auch hier soll mit einer Art Vorbau, der Wind- und Wetterschutz bietet, Abhilfe geschaffen werden.

50 000 Euro für Trauerhalle

Die Gemeinde schiebt das Vorhaben seit Jahren vor sich her. Jetzt steht es ganz oben auf der Prioritätenliste. Bürgermeister Markus Terne (parteilos) ist daher fest davon überzeugt, dass die Trauerhalle auch in der Diskussion über notwendiges Einsparpotenzial nicht wieder gekippt wird. Etwa 50 000 Euro kostet das Bauprojekt nach einer aktuellen Kostenschätzung.

Antje Posern

Lausitzer Rundschau vom 28. Januar 2013

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