Das Dach ist nicht vergessen

Architektin stellt Sanierungsplan vor / Förderung beantragt

ROGÄSEN - In dieser Kirche wurde sie getauft und konfirmiert. Zehn Jahre nach der Turmsanierung unternimmt die aus Rogäsen stammende Architektin Heidrun Fleege den Versuch dem Gotteshaus wieder ein Dach aufzusetzen. Es wurde 1978 abgetragen. Im Dachstuhl hatte sich der echte Hausschwamm breit gemacht. Seither ist die Rogäsener Dorfkirche eine Ruine.

Konkrete Pläne für eine Rekonstruktion gibt es schon. Grundlage ist eine Bestandsaufnahme aus den Jahren 2003/04, als mit Mitteln des Bundesprogramms Dach und Fach wenigstens der Turm der im Kern spätromanischen Kirche erneuert werden konnte. "Das künftige Dach soll die alte Form wieder aufnehmen und mit Biberschwänzen gedeckt werden. Im Innern soll allerdings ein modernes Tragwerk ohne Decke sichtbar bleiben", erklärte Fleege gestern bei einem Besuch der Bundestagsabgeordneten Andrea Voßhoff (CDU). Der Bauantrag wird jetzt auf den Weg gebracht. In einem zweiten Abschnitt wären Fenster und Fassade an der Reihe. "Mit dem Ersatz der restlos verloren gegangenen Inneneinrichtung muss sich wohl die nächste Generation beschäftigen", so die Architektin.

Problem: Für ein neues Dach werden etwa 160 000 Euro benötigt. Hilfe könnte es aus dem von der Bundesregierung aufgelegten Sonderprogramm Denkmalschutz geben. Der Antrag ist gestellt. "Doch das 30-Millionen-Euro-Budget ist schon wieder überzeichnet", gab Bundestagsabgeordnete Voßhoff zu bedenken. Ob sie angesichts des deutschlandweiten Ansturms helfen kann, musste die Volksvertreterin offen lassen. Dennoch gehöre allen Freunden der Rogäsener Kirche ihrer Sympathie. Wenn es nach mir ginge, sollten alle etwas bekommen, so Voßhoff.

Selbst wenn es mit den beantragten Fördermitteln aus dem Sonderprogramm klappt, müssen Eigenmittel her. Renate Ehrenberg vom Gemeindekirchenrat kann sich wie Heidrun Fleege eine Spendenaktion vorstellen. (Von Frank Bürstenbinder)

Märkische Allgemeine vom 08. März 2013

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