Kirchweihe in Schwanebeck

Gotteshaus nach alten Vorlagen saniert / Gut besuchter Festakt am Ostermontag

SCHWANEBECK (Potsdam-Mittelmark) - "Hätten Sie vor 25 Jahren gedacht, dass ihre Kirche 2013 so schön sein wird?" Diese Frage stellte Superintendent Siegfried Thomas Wisch am Ostermontag zur Kirchweihe in Schwanebeck. Das etwa 600 Jahre alte Gemäuer, das sich laut Pfarrer Edgar Meißner "selbst verjüngt hat", wurde in feierlicher Zeremonie seiner Bestimmung wieder zugeführt. Die Resonanz auf die Kirchweihe war groß, kein Platz blieb leer.

Der Superintendent lobte die neu erstandene Schönheit der alten Feldsteinkirche. "Es ist schön, wenn Menschen keine Kosten und Mühen scheuen, ihre Kirchen vor dem Verfall zu bewahren und neu zu gestalten", sagte Wisch.

Der Schwanebecker Gemeindekirchenrat hatte die Neuausmalung nach dem Vorbild der ursprünglich vorhandenen Gestaltung des Innenraumes ausführen lassen. "Ich war anfangs nicht dafür, dass die Bibelsprüche wieder an die Emporen gemalt werden", erklärte Edgar Meißner. "Ich hatte Angst, dass die Gemeinde nicht aufmerksam die Predigt verfolgt und stattdessen liest", sagte er und lobte die Arbeiten

Vor einem Vierteljahrhundert, 1988, war die Sanierung ein Wunschtraum der Gemeinde. Das Gotteshaus präsentierte sich bereits seit Ende der 1960er-Jahre im tristen Einheitsgrau. Die Kirche war eher Mittelpunkt der Dorfgemarkung, als Mittelpunkt des Gemeindelebens. Dann wurde sie im Herbst 1990 auch noch bestohlen.

Der neu ausgemalte Innenraum der Kirche zog am Ostermontag die Blicke der Menschen in den Bänken auf sich. Trotzdem verfolgten sie die Festpredigt, das Orgel- und Posaunenspiel sowie den Gesang des Kirchenchores aus Lütte und Fredersdorf aufmerksam. Nur einmal passierte ein kleines Missgeschick. Ortspfarrer Meißner vergaß für einen kleinen Moment den Einsatz des Chores. Ob die vielen Menschen in den Kirchenbänken, das neue Sternenmeer in der Apsis, die wieder aufgestellten Heiligenfiguren oder womöglich die Bibelsprüche dafür verantwortlich waren, blieb unbeantwortet.

Über die aus Lindenholz gefertigten alten Frauenbildnisse sagte der Pfarrer: "Die Figuren kamen schon vor der Reformation in diese Kirche. Die Gemeinde war damals etwas faul und besuchte nicht regelmäßig die Gottesdienste. Das erfuhr auch der Bischof von Brandenburg." Der Kirchenmann veranlasste daraufhin, dass die Heiligenfiguren sie stellen Anna und die Maria dar in der Schwanebecker Kirche aufgestellt werden. Er verband mit der Gabe die Hoffnung, dass künftig mehr Menschen zu den Gottesdiensten kommen. "Ob es funktioniert hat, weiß ich nicht", sagte Edgar Meißner am Ende der Veranstaltung. (Von Bärbel Kraemer)

Märkische Allgemeine vom 03. April 2013

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