Verjüngungskur erfolgreich beendet

Sanierung der Drebkauer Stadtkirche nach neun Jahren abgeschlossen

DREBKAU Das imposanteste Gebäude auf dem Drebkauer Marktplatz ist die in Grautönen gehaltene Stadtkirche. Das Gebäude hat über 200 Jahre auf dem "Buckel".

Pfarrer Wolfgang Selchow ist stolz auf die sanierte Drebkauer Stadtkirche.
Foto: Hirche/jul1

Dass es dennoch neu und modern wirkt, ist der Sanierung zu verdanken, mit der im Jahr 2004 begonnen wurde. Seither sind rund 650 000 Euro in die "Verjüngungskur" geflossen. "Vor allem galt es, den Turm zu retten. Nahezu jeder Balken des Fachwerks war beschädigt. Wir haben alle durchgefaulten Holzteile ersetzt. Schon beim kleinsten Wind schaukelte der Turm. Jetzt ist er endlich wieder stabil", erinnert sich Pfarrer Wolfgang Selchow. Die Fassade der Kirche wurde neu gestaltet. Das Dach wurde neu gedeckt, sämtliche Balkenköpfe wurden erneuert.

Auch der Eingangsbereich der Kirche ist völlig neu gestaltet worden. Mit seiner hellen Farbe und seinen Ausstellungsvitrinen wirkt der Raum, der für Hochzeitspaare oder Konfirmanden die direkte Linie zum Altar darstellt, freundlich einladend. Die Heizung in den Kirchenbänken ist erhalten geblieben.

Echte Prachtexemplare sind die Kronleuchter. Sie stammen ursprünglich aus der Cottbuser Schlosskirche und wurden in mühevoller Kleinarbeit auseinandergenommen und restauriert. In Drebkau glänzen sie wie neu und tauchen das Kirchenschiff in freundliches Licht.

Der Altarraum hatte ursprünglich einen Steinfußboden. Alle Versuche, die alten Steine zu reinigen und zu drehen, um sie optisch aufzuwerten, sind laut Pfarrer Selchow fehlgeschlagen. "Darum haben wir uns mit unserem kleinen Bauausschuss, zu dem auch Henry Wilk und Jürgen Truschkewitz gehörten, entschlossen, den Boden mit einer Holzdecke zu überziehen", erläutert Wolfgang Selchow.

Neben dem Kreuz im Altarraum sind jetzt wieder die beiden Verse zu lesen, die die Altarwand vor dem Granateneinschlag 1945 zierten. Die Kanzel ist allerdings nicht an die historische Stelle gekommen, sie ragt jetzt schräg in den Kirchenraum hinein. "Von dort habe ich einen guten Überblick", bestätigt Selchow.

Überholt wurde auch die Orgel der Kirche. Die Elektrik ist nach innen verlegt worden, die größten Pfeifen wurden abgebaut. Die Decke über der Orgel wurde hochgezogen, um das Entfliehen der Töne in den wegen der Orgelgröße geöffneten Dachstuhl zu verhindern. "Mit Küsterin Dorothea Wilk hatte die Kirchengemeinde eine sehr gute Koordinatorin der Sanierungsabläufe", lobt Pfarrer Selchow.

125 000 Euro hat die Drebkauer Kirchengemeinde von dem Energieversorger Vattenfall für den Erhalt der Kirche bekommen. Es gab Geld von der Evangelischen Kirche. Darüber hinaus wurden Kredite aufgenommen. 37 000 Euro haben die Drebkauer gespendet nicht nur Gemeindemitglieder. "Das ist enorm viel und sagt mir, dass die Drebkauer stolz auf ihre Kirche sind. Wir wussten vor Beginn der Saniernung nicht, wie marode die Kirche ist. Jetzt aber wird es die nächsten 100 Jahre bestens überstehen", betont Pfarrer Selchow.

Marion Hirche/jul1

Lausitzer Rundschau vom 08. April 2013

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