Ein Projekt für Generationen

Nach über drei Jahren gilt die Außensanierung der Wusterhausener Kirche offiziell als abgeschlossen

Der heutige Anblick des Kirchturms ist ein Ergebnis der Sanierung.
Foto: Reichel

WUSTERHAUSEN - Kann man Herzen aufpolieren? In Wusterhausen offenbar schon. "Die Wusterhausener Kirche ist das Herz dieser Stadt", befand Superintendent Joachim Harder am Sonntagnachmittag. Anlass war die Feier zum offiziellen Abschluss der Hüllensanierung des Backsteinbaus.

Seit Juli 2009 hat sich an Fassade, Dach und Turm der Kirche vieles getan: Hunderte verwitterte Ziegel wurden ersetzt, Risse im Mauerwerk geschlossen, vermoderte Balken ausgetauscht. Die Handwerker erneuerten Putz und Anstrich, Fenster und Fenstergitter und vieles mehr.

Fast 1,5 Millionen Euro wurden für all dies aufgewendet und dies, wie Pfarrer Bothe am Sonntag betonte, in einer großen gemeinschaftlichen Anstrengung. Unterstützung fand die Kirchengemeinde bei der Kommune, bei der brandenburgischen Landeskirche und deren Partnern in Baden, bei Bund und Land, bei Stiftungen und privaten Spendern. Nicht unerwähnt ließ Bothe dabei auch den Einsatz des Wusterhausener Kulturvereins.

Landeskonservator Thomas Drachenberg betonte: "Allein hätte hier niemand etwas zustande gebracht." Neben der Kooperation aller Beteiligten lobte er ausdrücklich auch den koordinierten Ablauf der Sanierung, der sich exakt an den Zeitplan hielt. Das Geschehen der vergangenen Jahre sei etwas Besonderes, so Drachenberg: "Solche großen Aktionen dessen sollten wir uns bewusst sein sind eigentlich eine Sache, bei der erst die übernächste Generation wieder ran muss." Voraussetzung sei natürlich ein pfleglicher Umgang mit dem baugeschichtlichen Erbe. "Der im 15. Jahrhundert fertiggestellte Kirchenbau ist das wertvollste Stück, das Wusterhausen zu bieten hat." Der Landeskonservator nannte die Kirche "eine einzigartige Stadtkrone".

Drachenberg erinnerte aber auch daran, dass weiterhin viel zu tun bleibe. Als ein Beispiel nannte er ein Grabdenkmal (Epitaph) von 1570 in der Kirche, das dringend zu sanieren sei. "Da ist Gefahr im Verzug." Andere Schwerpunkte werden künftig die Turmportale, die Orgel sowie die Gestaltung und Ausstattung des Innenraums sein.

Die mit einem Gottesdienst eingeleitete nachmittägliche Festveranstaltung bot aber vor allem erst einmal Raum für ein großes Dankeschön der Wusterhausener an alle Beteiligten. Auch Bürgermeister Roman Blank sowie sein Amtsvorgänger und jetziger Landrat Ralf Reinhardt schlossen sich dem an.

Bei einem Empfang in der Winterkirche und in der Turmhalle hatten alle Besucher Gelegenheit zum Austausch. Zugleich bot die Festveranstaltung Anlass zu Eröffnung des 35. Wusterhausener Orgelsommers. (Von Alexander Beckmann)

Märkische Allgemeine vom 16. April 2013

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