Die Kanzel ist „gerüstet“

Kirchensanierung in Meseberg hat begonnen / Keine Fördermittel für Restaurierung des Ölgemäldes

MESEBERG - Die Orgelpfeifen der Meseberger Kirche sind bereits in Sicherheit. Damit auch Altar, Kanzel und sonstiges Inventar während der Bauarbeiten keinen Schaden nimmt, haben Zimmermannsleute gestern alles sorgsam verpackt. Die Arbeiten am Dachgebälk können nun beginnen.

Das Freilegen der Balkenköpfe und die Sanierung der hölzernen Träger gehört zu den größten Posten. Dass der Schwamm drin ist, sei nicht zu übersehen, sagte Architektin Sibylle Stich gestern. Das tatsächliche Ausmaß werde aber erst im Verlauf der Arbeiten sichtbar. "Wir werden uns alles genau angucken", so Stich. Größere Schwierigkeiten erwartet sie aber nicht. Eine weitere Baustelle ist der Kirchturm, der demnächst eingerüstet wird. Hier soll der Putz überarbeitet werden. Dasselbe gilt für die Fenster und die Schallluken – die aber drin bleiben. "Es waren schon Leute da, die die Fenster haben wollten", sagte Pfarrer Tobias Ziemann.

Eine Restauratorin hat im Vorfeld Befunde gesichert und wird die Arbeiten in der Kirche auch begleiten. Leider, so bedauerte Ziemann gestern, sei es bislang nicht gelungen, finanzielle Mittel für die Restaurierung des großen historischen Ölgemäldes, das Ludwig von der Gröben, seine Gemahlin, eine geborene Anna von Oppen, samt ihrer siebzehn Kinder darstellt, einzuwerben. Ausgenommen von der Förderung sind ohnehin sämtliche Dinge, die beweglich sind. Also auch Kanzel und Kirchenbänke. Allein der Abbau und Transport des fünf mal drei Meter großen Familienbildes wären mit erheblichem Aufwand und Kosten verbunden gewesen. Architektin Sibylle Stich glaubt indes fest daran, dass das Gemälde zu einem späteren Zeitpunkt die notwendige Aufmerksamkeit bekommen wird. Bis zum Jahresende soll zunächst die Hülle der Kirche fertiggestellt werden. Mehrere Gewerke arbeiten bis dahin parallel.

Wo die Meseberger in diesem Jahr ihre Gottesdienste feiern werden, muss noch besprochen werden. Eine Möglichkeit wäre Baumgarten. Das liegt am nächsten. Pfarrer Ziemann möchte den Gesprächen der nächsten Kirchenratssitzung diesbezüglich aber nicht vorgreifen. Einen Gottesdienst soll es auf jeden Fall in Meseberg geben – und zwar auf der Baustelle. (Von Cindy Lüderitz)

Märkische Allgemeine vom 17. April 2013

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