Offene Kirchen entlang der Havel

Rathenow (lik) Ein Jahr Projektbüro des Vereins "Kirche und BUGA 2015" am Rathenower Kirchplatz bot am Donnerstag den Anlass, die Partnerschaft vertraglich zu besiegeln und die ersten Fortschritte zu präsentieren.

Kooperation besiegelt: Wolfram Diederichs (Vorsitzender des Vereins BUGA und Kirche 2015 e.V.) und Erhard Skupch (li.).
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Die evangelische Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz unterteilt sich in 33 Kirchenkreise - drei von ihnen liegen im BUGA-Terrain. Darin befinden sich 77 Kirchen, zieht man den Kreis bis nach Ribbeck sind es 90: "Das ist ein kleiner Reichtum, in den die Gäste einkehren und sie gastfreundschaftlich empfangen werden sollen", sagte Generalsuperintendentin Heilgard Asmus. Ziel des Vereins ist es, die Gotteshäuser zur BUGA 2015 für das Publikum zu öffnen - 45 sind es bereits. Dabei möchten die Vereinsmitglieder den Slogan "Von Dom zu Dom" wörtlich nehmen und haben ein Konzept "Kirchenwege im Havelland" entwickelt, das sie BUGA-Geschäftsführer Erhard Skupch vorstellten. Ob zu Fuß, mit dem Boot, dem Fahrrad oder Motorrad - entlang des blauen Bandes gibt es viele Routen von Kirche zu Kirche - vier Strecken schlägt der Verein vor. Wer von Brandenburg/Havel bis Havelberg wandern oder pilgern will, der könnte das entlang des Havel-Elbe-Wanderwegs tun. Der Verein hat ausgerechnet: Es sind 115 Kilometer, wer am Tag 15 bis 20 Kilometer läuft, schafft die Tour in sechs bis acht Tagen. Kraft tanken, könnten die Wandersleute an 16 Orten mit Kirchen. Allerdings mangelt es streckenweise an gastronomischer Infrastrukur. Dort muss noch eine Lösung her.

Eine Testphase der Routen erfolgt Anfang 2014, später sollen Flyer und Karten gedruckt werden. Im Kooperationsvertrag beschließt der Verein weiterhin eigene "Ausstellungsbeiträge" zu schaffen. An den BUGA-Standorten sollen Spiel- und Sitz-Objekte der märkischen Firma SIK-Holz entstehen. Ein hölzerner abstrahierter Kirchturm wird in allen fünf Städten in die Höhe ragen, als Erkennungszeichen des blauen Bandes von Dom zu Dom. In Rathenow wurde bereits der Weinberg als möglicher Platz inspiziert. Um die 220.000 Euro wird das Vorhaben "Ausstellungsbeiträge" kosten, 50 Prozent zahlt die Landeskirche, für den anderen Teil werden noch Finanzierungsmöglichkeiten ausgelotet, Spenden und weitere Partner sind willkommen. Die katholische Kirche soll auch mit ins Boot geholt werden.

Was die offenen Kirchen betrifft, setzen die Vereinsmitglieder auf die Zusammenarbeit mit den Gemeinden vor Ort. Die Mitarbeiterinnen des Büros am Kirchplatz haben sich schon einen Überblick über die Gotteshäuser verschafft. Bisher würde das Projekt auf große Zustimmung stoßen. Großes Leitziel ist es, die vorgestellten Pläne auch nach der Bundesgartenschau am Laufen zu halten.

Märkische Oderzeitung vom 19. April 2013

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