Taufengel schwebt wieder durch Zauer Kirche

Andacht würdigt die Rückkehr der restaurierten Holzfiguren / Madonna stammt aus dem 15. Jahrhundert

ZAUE Am Ostersonntag des vergangenen Jahres hat mit dem Auszug der spätgotischen Madonna die Restauration von Marienstatue und Taufengel begonnen. Am vergangenen Sonntag wurde die unbeschadete Rückkehr der beiden hölzernen Figuren mit einer Marienandacht gefeiert. Sie erstrahlen in neuem Glanz.

Mit einer Marienandacht wurde die Rückkehr des Taufengels gefeiert.
Foto: Jens Golombek/jgk1

Während der Engel in der Marienkirche wieder in luftiger Höhe über dem Taufbecken schwebt, ist der Schatz aus bemaltem Lindenholz hinter einer Balustrade besser geschützt. Die hölzerne Zauer Figur stammt von einem unbekannten Künstler aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts.

"Jetzt haben für die Maria aus vorreformatorischer Zeit auch die gefährlichen Umzüge zur Weihnachtszeit ein Ende", sagte Pfarrerin Dörte Wernick und freute sich darüber. Die Pfarrerin ist auch für den Erhalt der wertvollen Kulturgüter verantwortlich ist. "Und für den Weihnachtsbaum wird sich bestimmt eine Lösung finden", ist sie sich sicher.

Auch die ökumenische Marienandacht in der evangelischen Kirche sei eine Premiere gewesen, Andacht samt abschließendem Segen gestalteten Pfarrerin Wernick und Diakon Aloys Klein gemeinsam.

"Die altkatholische Sitte der Marienverehrung gilt letztlich auch Gott", stellte der Geistliche der katholischen Gemeinden der Region klar heraus. "Wenn man schon Sportler, Sänger oder etwa Martin Luther verehrt, dann sollte man neben auch den Mut haben, eine Frau zu verehren, die den Sohn Gottes geboren hat."

Da das Gruppenfoto früherer Konfirmanden mit "ihrem" Engel nicht zustande kam, nutzte Restauratorin Christiane Thiel während der gemeinsamen Vesper von katholischer und evangelischer Kirchengemeinde die Gelegenheit für ein berufliches Anliegen. Der an geheimer Stelle im Taufengel verborgenen Nachricht von "Meister Tobias Mathiss Beyer" und seinen drei Gesellen fügte die Potsdamerin ihren Segenswunsch an.

Jens Golombek / jgk1

Lausitzer Rundschau vom 15. Mai 2013

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