Feldsteinkirche Steinitz soll erhalten werden

1984 fand hier der letzte Gottesdienst statt / Gebäude ist wegen Bauschäden gesperrt

STEINITZ Zu Pfingsten laden zahlreiche Kirchen in Cottbus und im Spree-Neiße-Kreis zur Nacht der offenen Kirchen ein. Die Steinitzer Feldsteinkirche wird nicht dabei sein, obwohl sie zu den interessantesten Kirchenbauwerken der Region gehört. Das Gebäude ist von der Baupolizei gesperrt.

Nur selten gibt es die Möglichkeit, die Steinitzer Kirche von innen zu sehen. Zur Wiedereinweihung der Glocke im Dezember 2011 war das möglich.
Foto: Hirche/jul1

"Nur mit Sondergenehmigungen darf die Kirche betreten werden. Solche Ausnahmen hatten wir in der Vergangenheit ab und zu mal, um auf die Besonderheit der Kirche aufmerksam zu machen. Allerdings ist das stets mit einem Risiko behaftet, denn hier rieselt einem der Putz auf den Kopf", ist vom zuständigen Pfarrer Wolfgang Selchow zu erfahren. Der bauerfahrene Kirchenmann, in seiner Verantwortung wurde in den letzten Jahren die Kirche in Drebkau erfolgreich saniert, hofft auf Wege zur Wiederherstellung der Begehbarkeit dieses alten Gotteshauses.

Die Dorfkirche in dem Drebkauer Ortsteil stammt in ihren ältesten Teilen vermutlich aus dem 15. Jahrhundert. Teile des Mauerwerks bestehen aus unbehauenen Feldsteinen. Die Türen, Fenster und Ecken wurden mit Backsteinen eingefasst. Der gotische Saalkirchenbau hat im Innern barocke Emporen und wertvolle Malereien. Altar, Kanzel und Orgel sind demontiert. Noch bis kurz nach der Wende 1898 standen Kirche und das Dorf auf der Abbruchliste für den Tagebau. 1984 fand hier der letzte Gottesdienst statt. Heute steht fest, dass Steinitz und die Kirche stehen bleiben. Viel ist aber in den letzten 30 Jahren nicht zum Erhalt des Gebäudes passiert. Ende der 90er Jahres gab es kleine Sanierungen im Innenraum und am Dach, 2001 ist das Balkenwerk repariert worden und seit Dezember 2011 erklingt die Glocke der Kirche wieder.

Viele Menschen verbinden wichtige Ereignisse in ihrem Leben mit diesem Gotteshaus. "Wir haben in der Steinitzer Kirche geheiratet", ist von der Drebkauerin Dorothea Wilk zu erfahren. Studenten der BTU Cottbus haben die Geschichte der Kirche erforscht, haben Baupläne erstellt. Diese werden jetzt an die Kirche übergeben. Pfarrer Selchow ist im direkten Gespräch mit der Stadt Drebkau und mit Vattenfall als möglichen Sponsor für die nötigen Sanierungsarbeiten.

Marion Hirche / jul1

Lausitzer Rundschau vom 17. Mai 2013

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