Gotteshaus erhält viel Technik

Nach Sanierungsarbeiten soll die Dorfkirche Hohenwerbig mehr denn je für Kunst und Kultur offen stehen

NIEMEGK - Mit der nun bevorstehenden, umfassenden Sanierung des Gotteshauses im Ortsteil Hohenwerbig erfolgt quasi ein weiterer Schritt auf dem Weg, dort eine im Hohen Fläming einmalige Kunstkirche zu etablieren.

Außen stehen bereits die Gerüste, innen wurden die Bänke, die Winterkirche sowie anderes Mobilar demontiert und vorübergehend auf Altekrügers Gehöft im Dorf eingelagert. Lediglich der Altar und das Taufbecken befinden sich nach wie vor am gewohnten Platz. Sie sind aber zum Schutz eingehaust. Die Kanzel wartet auf den Abriss.

"Aus der Orgel sind die Pfeifen, der Balk und der Boden entfernt", erklärte Kay Lengner von der rund 40 Glieder zählenden Kirchengemeinde. Das für den Feldsteinbau relativ kräftig bemessene Instrument muss in Teilen repariert werden, unter anderem einige Holzpfeifen. Hoch oben im Turm befindet sich noch die Glocke laut Inschrift geweiht Maria und Johannes, dem Täufer. "Sie hängt jetzt verschränkt, künftig aber des besseren Klanges wegen wieder frei", kündigte Lengner gegenüber der MAZ an.

Derzeit nehmen die Restauratoren noch Untersuchungen vor. Nach der großen Baubesprechung am 11. Juni soll richtig losgelegt werden. Das Dach wird abgedeckt, das Gebälk überarbeitet, der Schwamm in den Mauerkronen entfernt und das Mauerwerk ergänzt. Anschließend wird das Dach mit neuen Ziegeln geschlossen. Die Schiefertafeln am Turm werden entfernt und mit Holz ersetzt. Das Uhrwerk eines der ältesten in der Mark bleibt für Vorführungen erhalten. Per neuer Funkuhr soll den Hohenwerbigern künftig angezeigt werden, was die Stunde geschlagen hat.

Für das Innere der Kirche ist nach Aussagen von Lengner vorgesehen, dass auch die zweite Seite wieder einen Holzfußboden erhält. Nicht allein die Türen werden überarbeitet, auch die zugemauerte Priesterpforte wird wieder geöffnet. Nach der Generalüberholung der Fenster sollen diese aus bequemer Position kippbar sein. "Damit unsere Gemeindekirchenratsvorsitzende, Annelore Lugauer nicht mehr hochsteigen muss", sagt der 42-jährige Unternehmensberater. Nach der Ausbesserung des Putzes soll die Kirche neu ausgemalt werden.

Die Finanzierung der 360 000 Euro teuren Investition ist weitgehend gesichert. Für einen Teil der Innenausstattung fehlt noch Geld, das in nächster Zeit einzuwerben ist. Immerhin sollen Bühnen-, Licht- und Tontechnik zum festen Bestandteil der Kunstkirche Hohenwerbig gehören.

Insgesamt soll das Gotteshaus künftig weitgehend barrierefrei sein. (Von Gunnar Neubert)

Märkische Allgemeine vom 30. Mai 2013

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