Restaurierte Orgel auch in der Konzertsaison zu hören

In der Senftenberger Peter-Paul-Kirche wird die Königin der Instrumente ab dem morgigen Sonntag wieder im Gottesdienst gespielt

SENFTENBERG Eineinhalb Jahre hat die Orgel der Peter-Paul-Kirche in Senftenberg geschwiegen. Grund war ihre umfassende Restaurierung. Beim Gottesdienst am morgigen Sonntag soll sie erstmals wieder erklingen.

Orgelbauer Sebastian Markgraf in der Orgel.
Foto: gph1

Durch die Vielgestaltigkeit in Architektur, Technik und Klang vermag kein anderes Instrument so zu fesseln, im Innersten anzurühren und große Bewunderung auszulösen wie eine Orgel. Jeder Orgelbauer passt das Instrument an den jeweiligen Raum an und macht es dadurch einmalig. Die Firma Eule aus Bautzen, die die Orgel in der Peter-Paul-Kirche 1960 eingebaut hatte, erhielt auch den Auftrag zu deren Reinigung und Reparatur. Dazu mussten 2160 Pfeifen aus Zinn, Zink und Holz ausgebaut, gesäubert, Windladen und Tonventile gereinigt, ein neues Gebläse (Motor) montiert, die Mechanik reguliert und die Pedalklaviatur an den neuen Fußboden angepasst werden.

"Ein Orgelbauer sollte mehr als nur Klavier spielen können. In ihm müssen auch Fähigkeiten eines vielseitigen Handwerkers wie Tischler, Pfeifenbauer, Schlosser und Feinmechaniker schlummern. Außerdem braucht er viel Geduld, Ruhe und ein gutes Gehör", sagte Sebastian Markgraf bei einer Bauberatung. Orgelbauen ist Passion, ist er überzeugt. Oft stellt Markgraf erst bei Reparaturen vor Ort den Umfang der Arbeiten fest.

In der Peter-Paul-Kirche, die eine mittelgroße Orgel hat, kamen keine ungewöhnlichen Probleme auf die beiden Mitarbeiter zu, nur viel Schmutz und Staub. Diese hatten sich trotz Abdeckung selbst in entfernteste Ecken gesetzt.

Mehrere Wochen waren die Orgelbauer Sebastian Markgraf und Michael Heinrich zwölf Stunden täglich vor Ort. Pro Tag wurden drei bis vier Register wieder eingebaut, die Klangfarbe an den Raum angepasst und grob abgestimmt. Zum Schluss mussten Hauptwerk, Schwellwerk, das Rückpositiv mit dem Echoklang und das Pedalwerk aufeinander abgestimmt und ein Gesamtklangbild geschaffen werden. Alle anderen Arbeiten im Kirchenraum hatten zu ruhen, damit keine Nebengeräusche die abschließende Feinabstimmung per Gehör stören konnten. Das Ergebnis dieser Arbeit ist am morgigen Sonntag ab 9.30 Uhr in einem besonders musikalischen Gottesdienst zu hören.

Auch in der diesjährigen Konzertsaison ist die Orgel endlich wieder eingeplant, zum Beispiel am 30. Juni bei "Musikalischen Raritäten für Flöte, Horn und Orgel" und den Sommermusiken in der offenen Kirche im Juli und August freitags ab 18.15 Uhr.

Gottesdienst Sonntag, 2. Juni, 9.30 Uhr Peter-Paul-Kirche

Gabriele Philipp / gph1

Lausitzer Rundschau vom 01. Juni 2013

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