Überrascht von fehlender Verschalung

Meseberg (MZV) Kopfzerbrechen bereitet Pfarrer Tobias Ziemann die Kirche in Meseberg. Die lang herbeigesehnte Sanierung läuft zwar bereits seit April (GZberichtete). Im Zuge der Arbeiten wurde jedoch deutlich, dass diese aufwendiger werden als gedacht.

 
Total marode: ein Balken, der ausgetauscht werden musste.
© Matthias Henke
Eingerüstet: der Turm der Meseberger Kirche.
© Matthias Henke

Die Gerüste machen es schon von weitem deutlich: Hier wird gebaut. Beim näheren Blick auf das Meseberger Gotteshaus fällt auf, dass der Dachstuhl größtenteils nur noch aus einem Balkenskelett besteht. Planen schützen Arbeiter und Kircheninneres vor Wind und Wetter. Die Unwetter der vergangenen Woche konnten ihnen nichts anhaben. Für Ungemach sorgt aber die Deckenkonstruktion des Gemäuers, das Mitte des 18. Jahrhunderts grundlegend umgebaut wurde und 1892 seinen Turm erhielt.

"Der Putz wurde ohne Verschalung an der Lehmdecke angebracht", erklärt Pfarrer Tobias Ziemann. Überall dort, wo die vom Schwamm befallenen Deckenbalken ausgetauscht werden, falle er deshalb herunter.

Damit hatten die Planer nicht gerechnet. Bei der vorbereitenden Untersuchung der Bausubstanz sei eine Stichprobe an der Decke über der Orgel genommen worden, so Ziemann. Dort gebe es eine Verschalung. Dass das im Rest der Kirche ganz anders aussah, sei erst nach Beginn der Arbeiten offenkundig geworden.

Die Finanzierung des Projektes wird durch den entstandenen Mehraufwand aller Voraussicht nach etwas durcheinander gewirbelt. Könnten keine neuen Geldquellen aufgetan werden, so müsse darüber nachgedacht werden, das Projekt an einigen Punkten etwas abzuspecken, so Ziemann. Der Zeitplan hingegen steht für den Pfarrer nicht zur Diskussion. "Wir müssen spätestens 2014 fertig werden", sagt er. Der Grund: Gelder aus dem Förderprogramm Integrierte ländliche Entwicklung (ILE), mit denen das Vorhaben unterstützt wird, sind zeitlich gebunden. Immerhin rund zwei Drittel der veranschlagten 770000 Euro Baukosten werden durch das ILE-Programm finanziert. Den Rest tragen die Kirchengemeinde, der Kirchenkreis, Stiftungen sowie die Landeskirche. 2011 wurde eine Aktion ins Leben gerufen, bei dem Spender die Patenschaft über Dachziegel oder Sparren im Dachstuhl übernehmen können.

Informationen zum Patenprogramm finden sich auf www. gutengermendorf.ekbo.de unter dem Menüpunkt "Meseberg".

Märkische Oderzeitung vom 27. Juni 2013

   Zur Artikelübersicht