Frische Farbe für Figuren und Gemälde

Bad Saarow (MOZ) Seit vielen Jahren wurde der barocke Bauernaltar in der Pieskower Kirche in Bad Saarow schon stückweise restauriert. Als Abschluss bekommen nun die Figuren und Gemälde ein neues Farbkleid. Die Arbeiten beginnen kommende Woche und sollen bis Mitte September abgeschlossen sein.

Vor dem Bauernaltar: Pfarrerin Anemone Bekemeier freut sich auf die farbliche Restauration der Figuren und Gemälde in der Kirche des Saarower Ortsteils Pieskow ab kommender Woche
© Cornelia Link

Die frohe Botschaft ereilte Anemone Bekemeier, Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde Bad Saarow, am Dienstag: Die Kirchenbaubeauftragte Petra Kobalz nahm ihr die Sorge um die Denkmalrechtliche Erlaubnis und den Gerüstbau. Somit kann die Restauration ab nächster Woche in der kleinen Pieskower Feldsteinkirche beginnen. Hier steht ein Altar von 1661. "Es ist das wohl älteste Kunstwerk im öffentlichen Raum am Scharmützelsee", sagt sie. "Das Kruzifix darin ist noch älter, das meiste aber Spätbarock. Wir wissen nicht, woher der Altar kommt. Er ist wahrscheinlich aus mehreren zusammengesetzt worden, ein reizvolles Rätsel."

Klar ist, dass der Bauernaltar, so genannt wegen seiner drallen Figuren und Rand-Schnörkel, schon ewig in der Kirche steht. "Die Konfirmanden haben ihn einst abgeschruppt, die Streifen sieht man noch in den Gemälden. Auch wurde er mal schwarz übermalt, aber das bleibt dran."

Seit 15 Jahren wurde schon für die Altar-Restauration gesammelt - bei Konzerten, Aktionen auf Märkten, Spenden von privat. Die Pfarrerin ist allen Unterstützern sehr dankbar. Als erster Schritt konnte der Altar schon entgiftet, das an der Oberfläche wie Reif abgelagerte Anti-Wurmmittel entfernt werden. Das ging nur mit einer Fachfirma. Restauratoren haben den Altar danach gereinigt, dabei eine dicke Rußschicht vom einstigen Ofen im Gotteshaus entfernt, alle Holzteile befestigt und die Farbschichten bereits geglättet.

Die Restauration soll nun seinen Abschluss finden - die Holz-Figuren den Grauschleier verlieren und die verschwommenen Gemälde erstrahlen. Das sichere auch den Erhalt für nachfolgende Generationen. "Wir arbeiten ja nicht für das Museum, sondern wollen, dass die Menschen mit ihrer Kirche leben, sich darin wohlfühlen."

Ab der nächsten Woche bringt die Berliner Restauratorin Marita Reincke viel frische Farbe an Figuren und Gemälde. Die Arbeit, erneut finanziert durch mehr als 20 000 Euro Spenden und 2500 Euro vom Förderkreis Alte Kirchen, dauern bis Mitte September. "In dieser Zeit gibt es keine Gottesdienste, aber jeden Sonntag, 10 Uhr, in der Kirche Saarow", so Bekemeier und betont, man feiere Erntedank (29. September) aber auf jeden Fall wieder im Pieskower Gotteshaus.

Märkische Oderzeitung vom 11. Juli 2013

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