Sanierung der Kirche geht bald weiter

Grünheide (MOZ) Die Türen der evangelischen Kirche "Zum guten Hirten" sind derzeit fest verschlossen. Aus gutem Grund: Der Fußboden muss trocknen, bevor die nächsten Arbeiten im denkmalgeschützten Grünheider Gotteshaus ausgeführt werden können. Wie Architektin Bettina Krasuski der MOZ auf Nachfrage sagte, werde dies Mitte August so weit sein.

Im Frühjahr hatten die Arbeiten begonnen. Zwar habe es schon im Vorjahr Gespräche gegeben. Jedoch war zunächst die Finanzierung nicht komplett geklärt, fehlte die Erlaubnis seitens der Denkmalbehörde und der Kirchenleitung. Als alles vorlag, legte die Kirchengemeinde selbst Hand an, baute die Bänke aus und sammelte die Fußboden-Steine ein. Danach rückte eine Müncheberger Baufirma an. Der Sandboden musste weitere 25 Zentimeter ausgehoben werden - per Hand, gesiebt und von Archäologen begleitet. Danach konnte mit den neuem Aufbau begonnen werden - Betonsohle, Abdichtung, Dämmung, Fußbodenheizung und Estrich. Nach dem Testlauf wurden die neuen, quadratischen Terrakotta-Platten verlegt. "Die alten Steine waren zu dick für die neue Heizung", sagt die Architektin. Ein Tischler aus Golzow arbeitet derweil die Bänke auf. Bis zu 50 Prozent der Teile mussten erneuert werden. Zudem wird das Gestühl auf gleiche Länge gebracht, um künftig drei Durchgänge zu haben. Zuletzt bekommen sie neue Farbe.

Letztere war lange ein strittiger Punkt zwischen Denkmalbehörde und Kirchengemeinde. Er ist jetzt zwar geklärt, weicht aber vom ursprünglichen Wunsch der Protestanten ab.

Sie wollten eine zeitgemäße Innengestaltung, zumal das Gotteshaus künftig noch mehr zum Ort für Kultur werden soll. Da der Innenraum schon viele Farbtöne erlebt hatte, stand eine Entscheidung lange aus. Laut der Architektin plädierte die Denkmalbehörde für die ursprüngliche Gestaltung. Damit sei die Gemeinde nicht einverstanden gewesen, sodass sich letztlich auf die letzte Farbgebung vor der Sanierung geeinigt wurde. Also werden die Bänke wieder grün, der Altarraum schlicht weiß.

Wie es nach dem jetzigen Bauabschnitt weiter geht, ist noch nicht klar. "Das Geld, die 120 000 Euro, sind auch ausgeschöpft", so Bettina Krasuski.

Märkische Oderzeitung vom 02. August 2013

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