Restaurierung der Dorfkirche Raben dauert bis September

Zellstoff und Japanpapier retten Malereien

Mit ihren eigenwilligen Malereien ist die Dorfkirche in Raben schon jetzt einmalig im Fläming. Nach dem Abschluss der derzeitigen Restaurierung - voraussichtlich im September - wird der Feldsteinbau ein einzigartiges Schmuckstück sein.

Anne Charlotte Schlüter, Liviana Köhn, Ulrike Stelzer und Henrieke Drengemann (v. l.) bessern die Malereien aus.
Quelle: Michael Greulich

Raben. "Die Kirche wurde letztmalig im Jahr 1907 ausgemalt und im Grunde nicht wieder berührt", sagt Fachmann Udo Drott. Das sei von besonderen Wert, weil zur DDR-Zeit vielfach Malereien in Gotteshäusern unwiederbringlich übertüncht worden seien.

Akribisch gehen die Mitarbeiterinnen des Restaurators vor, um die Lehm gebundenen Malereien auszubessern. Beispielsweise wird wertvolles Japanpapier verwendet, um Fehlstellen zu retuschieren. Ferner kommt in destilliertem Wasser getränkter Zellstoff zum Einsatz, um braune Flecken in den Malereien zu beseitigen. Sie seien häufig bei Eintritt von Nässe entstanden.

Insgesamt findet Udo Drott die Dorfkirche vergleichsweise sehr prächtig ausgemalt. "Sie stellt so für Besucher einen Kontrast zur Burg Rabenstein dar", sagt der Experte. Beispielsweise sei das distelartige Akanthus-Blatt von archäologisch kunsthistorischer Bedeutung. Das Ornament greift die Gestalt der Blätter der gleichnamigen Pflanzengattung in stilisierter Form auf. Ebenso bedeutsam seien die Marmorierungen auf der Emporenbrüstung und die stilisierenden, mittelalterlichen Ausmalungen in der Apsis.

Die jetzige Wiederherstellung bildet den Abschluss von umfangreichen Arbeiten. Nach Auskunft von Pfarrer Matthias Stephan werden derzeit 30000 Euro aus dem Fonds für integrierte ländliche Entwicklung investiert, um die Rabener Kirche in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Beim Einweihungs-Gottesdienst soll auch der Messing-Leuchter wieder aufgehängt sein. Er wird derzeit in einer Werkstatt in Berlin aufgearbeitet (die MAZ berichtete).

Zuletzt gab es in dem Gotteshaus des Flämingdorfes Bauarbeiten im Jahr 2007. Damals war die Dinse-Orgel zum Jubiläum der Kirchweihe vor 100 Jahren überholt worden. Seinerzeit wurden auch schon Renovierungen im Innern vorgenommen. In dem Zuge standen die Apsis und die Holzdecke im Chorraum im Fokus. Schon 2006 waren 55000 Euro aufgewendet worden, um die Dorfkirche äußerlich einer Schönheitskur zu unterziehen. Davor wurde die Turmuhr wieder in Gang gesetzt.

Von Gunnar Neubert

Märkische Allgemeine vom 22. August 2013

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