Pritzwalker Nikolaikirche wird saniert

Restaurierung eingeläutet

Der Turm der Pritzwalker Nikolaikirche ist bis ganz weit oben hin eingerüstet - seit dem 16. September laufen die Vorarbeiten für die Sanierung des maroden Turminneren. Innen wird eine acht Meter hohe Rüstung aufgebaut werden, damit zwei Deckenbalken saniert werden können. Pünktlich zu Weihnachten sollen die Glocken wieder läuten.

Bis in Uhrhöhe reicht das Außengerüst am Kirchturm.
Quelle: Bernd Atzenroth

Pritzwalk. Das teilten nun für den Kirchgemeinderat Jürgen Kuhnt und Kerstin Kurtz der MAZ mit. Die Baugenehmigung war am 30. August erteilt worden. Damit rückt auch der Tag näher, an dem die Glocken der Kirche wieder läuten werden. Das soll möglichst schon zu Weihnachten der Fall sein. Dass das auch so kommt, hält Architekt und Objektplaner Ingo Dreger für "im Moment wahrscheinlich", zumal im Modernisierungsvertrag mit der Stadt ein Abschlusstermin für die Arbeiten festgehalten ist: der 31. Dezember. Doch ist Dreger optimistisch, dass bereits eine Woche zuvor die Glocken am Weihnachtstag wieder läuten werden.

Dreger erklärte auf MAZ-Nachfrage, dass die jetzt vom Pritzwalker Unternehmen Penning aufgebaute Außenrüstung samt Fahrstuhl dazu dient, das Material in den hoch gelegenen sehr großen Innenraum im Turm zu befördern. Damit soll dann eine acht Meter hohe Innenrüstung errichtet werden. Bislang waren die Uhr und der Uhrkasten demontiert worden, um so eine Transportöffnung für die Innenrüstung zu schaffen. Zu sanieren sind im Innern zwei Deckenbalkenlagen. Für die Sicherung liegen neben der Kirche auch schon Stahlträger bereit.

Zunächst ist die Uhrenebene dran. Sie muss zuerst gesichert werden, um dann an den eigentlichen Kern der Arbeit zu gehen: die Restaurierung der zweiten, höher gelegenen Balkenlage unter dem Glockenstuhl. Das Zimmern unter dem Glockenstuhl bezeichnete Dreger auch als Hauptschwierigkeit für die Zimmerer. Sie werden mit ihren Arbeiten am Montag, 7.Oktober, beginnen.

Seit September 2012 schweigen die Glocken, um Bauwerksschäden zu begrenzen ‒ das Gestühl im Innern des Kirchturms ist morsch geworden. Genauso lange dauern die Bemühungen, Geld für die Restaurierung zusammenzubekommen.

Bereits im Juni hatte Pfarrer Michael Dürschlag, der aber zwischenzeitlich nicht mehr die Geschäfte des Gemeindekirchenrates führt, mitgeteilt, dass der Vertrag zwischen der Stadtverwaltung und der Kirchengemeinde unterzeichnet worden ist, damit konnten Fördergelder aus dem Stadtumbautopf für die Turmsanierung bereit gestellt werden. Gut die Hälfte der Bausumme, die jetzt 147000Euro veranschlagt werden, können so abgedeckt werden. Wie berichtet, war es über die Spendensammlung zu Weihnachten 2012 in den Kirchenkreisen gelungen, den Eigenanteil aufzubringen. Zudem beteiligt sich die Landeskirche an den Kosten.

Von Bernd Atzenroth

Märkische Allgemeine vom 27. September 2013

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