Grünheider Kirche in neuem, altem Gewand

Grünheide (MOZ) Hell und freundlich wirkt der renovierte Innenraum der Grünheider Kirche "Zum guten Hirten". Statt des einen Ganges zwischen den Bänken gibt es jetzt drei, was das Gotteshaus luftiger erscheinen lässt. Die Orgel ist noch verpackt - bis zur Putzaktion Anfang November.

Die Grünheider Protestanten müssen schon seit sieben Monaten ohne ihr Gotteshaus auskommen. Denn nachdem die Kirchengemeinde 120 000 Euro sowie das grüne Licht von der oberen und der unteren Denkmalbehörde zusammen hatte, wurde im März mit der Innensanierung begonnen. Das Projekt war dringlich geworden, nachdem Anfang 2010 eine vergessene brennende Kerze auf der Adventswurzel für einen Brandschaden gesorgt hatte. Damit die Kirche ab dem ersten Advent wieder genutzt werden kann, ist für den 1. und 2. November eine große Putzaktion geplant.

Wer schon jetzt mal Gelegenheit hat, einen Blick ins Innere zu werfen, dem werden gleich mehrere Veränderungen auffallen. Das Gotteshaus auf dem Kellerberg wirkt hell und freundlich dank frischer Farbe an den Wänden und auf den Bänken. Allerdings hat sich, anders als geplant, farblich nichts verändert. Da die Denkmalbehörde eine Rückkehr zum Urzustand, also dunkles Braun, gefordert hatte, wurde als Kompromiss die Farbgebung von vor der Sanierung beibehalten. "Wir wollten keine düstere Kirche. Und für den Originalzustand hätte ohnehin das nötige Geld gefehlt", sagt Pfarrer Steffen Madloch.

Was auffällt, sind die nun auf gleiche Länge geschnittenen und glatt aufgearbeiteten 26 Bänke, die zur Wand hin einen zweiten und dritten Gang frei geben.Zudem können die drei ersten Reihen problemlos abgeschraubt und beiseite gerückt werden, wenn zum Beispiel bei Konzerten der Platz für die Künstler nicht reicht. Neu ist zudem der Fußboden, in dem jetzt eine Heizung steckt. Kombiniert mit einer Heizung im Wandsockel kann die Kirche nun ganzjährig genutzt werden. Zufrieden verweis Madloch auch auf den Elektroanschluss im Fußboden und im Vorraum. "Zuvor mussten wir den Strom vom Gemeindehaus anzapfen. Wenn die Orgel spielen sollte, mussten die Glocken ausgeschaltet werden, weil die Sicherung beides nicht geschafft hat." Was jetzt noch fehlt, ist der Taufstein, der wieder zurück geholt werden kann. Und weil der Altar weggerissen wurde, soll künftig ein Altartisch den Platz einnehmen. "Damit sind wir viel flexibler, wenn die Kirche für Veranstaltungen genutzt werden soll."

Die Kosten für die Sanierung belaufen sich bisher auf rund 152 000 Euro - 66 000 Euro hat die Kirchgemeinde aufgebracht, rund 81 000 der Förderverein. Noch nicht abgedeckt sind 5000 Euro. Zudem fehlen 12 000 Euro für die noch ausstehenden Leistungen wie Deckendämmung und Interieur.

Märkische Oderzeitung vom 01. Oktober 2013

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