Über 140 Jahre machen sich bemerkbar

Eingerüstet: Seit Anfang August laufen die Sanierungsarbeiten am Dach der Evangelischen Kirche in Berge.
Martina Kasprzak

Es regnete rein, Steine kamen herunter, es lag immer mal einer unten - kurzum: Das Dach der evangelischen Kirche in Berge war total marode. Über 140 Jahre machen sich da halt bemerkbar. Und am Turm, der Ende der 90er Jahre saniert wurde, wurden auch noch Schäden festgestellt - einige Fachwerke hatten sich gelöst. Seit Anfang August wird nun an dem Gotteshaus fleißig gearbeitet. "Es war höchste Zeit", meint Pfarrerin Angelika Hanack.

Doch früher mit der Sanierung anzufangen, konnte sich die Kirchengemeinde Berge nicht leisten. 1997 war der Turm dran, danach wurde "viele Jahre auf das neue Dach hin gespart". "Über 15 Jahre Stück für Stück", so Angelika Hanack. Im Oktober 2011 konnte der Antrag auf Förderung beim Landesamt für ländliche Entwicklung gestellt werden. Im April 2012 kam die Genehmigung, der Förderbescheid läuft bis 2014. "Die Zusammenarbeit mit der Außenstelle des Landesamtes in Neuruppin war sehr gut. Wenn wir noch was nachreichen mussten, wurden wir informiert", so die Pfarrerin, die trotz der Sanierungsarbeiten weiter den Gottesdienst in ihrer Kirche abhält. Der Eingang sei ja gesichert, und im Inneren ist von den Arbeiten nichts zu merken.

"Die Aufgabenstellung war die reine Dacheindeckung. Weil sich jedoch auch einige Fachwerke gelöst hatten, mussten diese zuerst noch ausgemauert werden", erklärt Matthias Wieck vom gleichnamigen federführenden Architekturbüro aus Perleberg. Absprachen mit der Denkmalbehörde in Perleberg folgten. Es mussten noch mehr Eigenmittel aufgebracht werden. Von daher verzögerte sich die eigentliche Dachsanierung. Da der Bescheid bis 2014 läuft, "hatten wir aber keine Eile".

Das Kirchenschiff ist derzeit noch komplett eingerüstet, auf der Seite zum Kindergarten sind die neuen Dachziegel schon drauf. "75 Prozent der Dacharbeiten sind abgeschlossen. In zwei, drei Wochen soll alles fertig sein", sagt Wieck. Vier Firmen aus der Region waren dann an diesem Vorhaben beteiligt: Zimmerei Gadow & Rose aus Perleberg, Baufirma Nickel und Weger GbR (Legde), Gerüstbau Dr. Ritter aus Perleberg sowie die Bauklempnerei und Dachdeckerei Maaß aus Breese.

Die Kosten der Sanierung belaufen sich auf zirka 42 000 Euro. Rund 20 000 Euro fließen davon aus dem Fördertopf ILE (Integrierte Ländliche Entwicklung), 2000 Euro steuert der Kirchenkreis Prignitz dazu, die weiteren Gelder muss die Kirchengemeinde Berge aufbringen. Und wenn sie noch mehr Geld hätte, "könnte man noch viel machen". "Die Kirche steht ja sehr im Schatten, es müsste auch die Feuchtigkeit von oben, unten und von der Seite beseitigt werden", so Angelika Hanack.

Doch nun ist erst einmal das Dach drangewesen, wenn die Arbeiten beendet sind, soll die Anlage vor der Kirche noch in Ordnung gebracht werden. Und dann erstrahlt das Gotteshaus in Berge wieder in neuem Glanz und der Engel, der ursprünglich aus der Hülsenbecker Kirche stammt, hat wieder ein schützendes Dach.

Der Prignitzer vom 01. Oktober 2013

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