Lotto-Tausender für Klettwitzer Orgel

Restaurierung des 100-jährigen Instruments kann noch im Jubiläumsjahr starten

KLETTWITZ Dieses Geschenk ist dem 100. Geburtstag der katholischen Kirche "Herz Jesu" Klettwitz angemessen: Noch im Jubiläumsjahr kann die seltene pneumatischen Voigt-Orgel restauriert werden. Das Land Brandenburg stellt dafür 8000 Euro aus Lottomitteln zur Verfügung.

Vor der geplanten Restaurierung wird Organist Benjamin Sawicki die historische Voigt-Orgel beim nächsten Konzert am 27. Oktober letztmals erklingen lassen.
Foto: Mirko Sattler

Dass am Ende alles so schnell geht, hat selbst die für ihren Optimismus bekannte SPD-Landtagsabgeordnete Gabi Theiss nicht geglaubt. Seit Monaten hat sie alle Register gezogen, damit die alte Voigt-Orgel wieder in den Originalzustand versetzt werden kann.Nach ihrem ersten Besuch in der Klettwitzer Kirche im Januar, war sie vom Klang der pneumatischen Orgel so verzaubert, dass sie spontan zwei Versprechen abgab. Zum einen war die Lust am Singen geweckt. Sie versärkt seitdem wieder stimmgewaltig den Schwarzbacher Chor. Versprechen Nr. 2 erforderte einen längeren Atem. Mit Begeisterung machte sie sich auf die Suche nach Unterstützern für die notwendige Orgelsanierung.

Ein Dreivierteljahr später ist die Finanzierung jetzt rund. Mit im Boot sind die Sparkasse Niederlausitz, die Gemeinde Schipkau sowie der Landkreis Oberspreewald-Lausitz mit der Unteren Denkmalbehörde. Erwartet wird in dieser Woche zudem der Zuwendungsbescheid aus der Staatskanzlei des Landes Brandenburg sowie aus dem Kulturministerium. Damit die Restaurierung in Angriff genommen werden kann, fließen Lottomittel nach Klettwitz. Obendrauf packt die kleine Kirchgemeinde ihren nicht unerhebhlichen Eigenanteil, der seit Jahren nach jedem Konzert und Gottesdienst für die Orgel gesammelt wurde.

Pfarrer Christian Pabel geht davon aus, dass damit die Restaurierung noch im Jubiläumsjahr der Kirche starten kann. Er ist dafür bereits mit der Orgelbaufirma Voigt aus Bad Liebenwerda in engem Kontakt. Für die Restaurierungsarbeiten stehen sogar noch die alten Bauunterlagen aus dem Jahr 1913 zur Verfügung.

Die letzten 100 Jahre haben der Klettwitzer Orgel ziemlich zugesetzt. Der defekte Blasebalg lässt den Luftdruck beim Spielen absacken, so dass der Klang anfängt "zu schwimmen".

Im Zweiten Weltkrieg sind zudem die Orginal-Orgelpfeifen aus Zinn eingeschmolzen worden. Die Provisorien aus Zink sind mittlerweile kaputt oder verschlissen. Dazu kommen abgeschliffene Holzpedale und eine defekte Stimmrolle.

Andrea Budich

Lausitzer Rundschau vom 01. Oktober 2013

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