Neues Geläut in Ferbitz

Von: Susann Matschewski

Eine der Bronzeglocken aus dem Harz.
Julian Heldt

Die Glocken in der Ferbitzer Kirche läuten so hell und rein wie seit langem nicht mehr. Kein Wunder, denn seit kurzem erklingt das Kirchengeläut nicht mehr von der ausgedienten Eisenhartgussglocke, sondern von zwei großen Bronzenen. Anfang September wurde das Gotteshaus mit dem neuen Geläut bestückt und von der kleinen Ferbitzer Kirchengemeinde feierlich eingeweiht.

Die beiden Bronzeglocken sind ein Geschenk der katholischen Gemeinde Bornum im Westharz. Deren Kirche "Sankt Theresia vom Kinde" wurde wegen fehlender Mitglieder profaniert, sprich entweiht und für weltliche Zwecke genutzt. Für die gesamte Kircheneinrichtung samt Glocken wurden Abnehmer gesucht. Weil für das Ferbitzer Geläut dringend Ersatz gesucht wurde, die finanziellen Mittel dafür aber fehlten, kam das Angebot aus Niedersachsen gerade recht. Vermittelt habe den Kontakt schließlich der Förderverein "Alte Kirchen" e. V. Brandenburg, wie Peter Krause vom Gemeindekirchenrat Lanz/Lenzen, wozu auch Ferbitz gehört, berichtet. "Wir haben die Bronzeglocken gratis bekommen, haben uns nur um den Abbau und den Transport kümmern müssen."

Das war Ende 2011. Die Glocken standen dann gut eineinhalb Jahre im Vorraum des Ferbitzer Gotteshauses, bevor sie schließlich an ihren neuen Bestimmungsort gelangten. "Es gab Schwierigkeiten mit den ausführenden Firmen, daher hat es sich hingezogen", so Krause. Weil das bronzene Geläut auch wesentlich schwerer ist als das eiserne, prüften Statiker, ob der Glockenstuhl die Last tragen würde. Dahingehend habe es laut Krause jedoch keine Bedenken gegeben.

Die neuen Glocken sind nun der ganze Stolz der Kirchengemeinde. Sie klingen heller und reiner und sind obendrein wesentlich länger haltbar als ihr Vorgänger. "Eisengussglocken halten etwa 80 bis 90 Jahre, bevor sich Risse und Sprünge im Material bilden", erklärt Peter Krause. Diese Zeit sei nun um gewesen, es hätten sich bereits erste Korrosionsschäden gezeigt und das Risiko, sie noch länger hängen zu lassen, sei zu groß gewesen.

Was mit der alten Glocke passieren soll, ist laut Krause noch ungewiss. Entsorgt werden soll sie definitiv nicht. Sie steht erst einmal im Kirchenvorraum. Eine Überlegung sei, sie vor der Kirche aufzustellen.

Der Prignitzer vom 04. Oktober 2013

   Zur Artikelübersicht