Endspurt am Dom des Oderbruchs

Neuküstrinchen (MOZ) Endspurt am "Dom des Oderbruchs": Nach drei Jahren neigen sich die Bauarbeiten an der Kirche in Neuküstrinchen dem Ende entgegen. Nun wurde das vergoldete Kreuz auf die Kuppel gesetzt.

Schwerstarbeit: Das Turmkreuz, noch in eine Schutzhülle verpackt, wird am Gerüst hochgezogen.
© Sören Tetzlaff
 
Gruppenfoto in 40 Metern Höhe: Rainer Zickrick, Karsten Dames, Thomas Renné, Bodo Fiedler, Ulrich Köhler, Horst Hökendorf und Sylvia Hecht (v. l.)   © Sören Tetzlaff

Lange dachten die am Kirchenbau Beteiligten, dass sich in der alten Kugel unterhalb des Kreuzes nichts befunden habe. "In der Metalldrückerei wurde dann festgestellt, dass sich zwei Berliner Zeitungen vom 23. November 1878 darin befanden", erzählt Sylvia Hecht vom Pfarrsprengel Neulietzegöricke. "Das war eine tolle Überraschung." Die werden auch diejenigen erleben, die in ferner Zukunft die dann vielleicht wieder baufällige Kirche sanieren werden.

"Wir haben in die neue Kugel eine Ausgabe der Märkischen Oderzeitung, einen Geldschein, einen Dorfplan, in dem die Häuser und ihre jetzigen Bewohner aufgelistet sind, die Anzahl der Kirchenmitglieder und die Namen der Gemeindekirchenratsmitglieder und der Pfarrerin sowie eine Übersicht über die in drei Abschnitten erfolgte Sanierung hineingelegt", berichtet Sylvia Hecht.

Der Schwamm hatte dem zwischen 1878 und 1880 errichteten Bauwerk zugesetzt. Mit den Jahren war das Dach immer undichter geworden, Regen und Wind drangen in den Dachstuhl ein. Das hatte den Balken im Dachstuhl so stark zugesetzt, dass unter anderem im ersten Bauabschnitt vor zwei Jahren die Sparrenbereiche saniert und Balkenköpfe ausgetauscht werden mussten. Auch wurden alle Schieferplatten, mit denen das Gotteshaus im vergangenen Jahrhundert gedeckt wurde, abgenommen. Sie wurden, wie es zur Entstehungszeit der Kirche auch war, mit Biberschwänzen ersetzt. Die Kosten für die gesamte Sanierung belaufen sich auf knapp eine Million Euro.

In diesem Jahr war der Turm an der Reihe. "Der Dachstuhl wurde erneuert, mit Schiefer eingedeckt, neue Schaluppen installiert, der Klinker ausgetauscht und das Ziffernblatt und die Zeiger der Turmuhr repariert", blickt Sylvia Hecht zurück. Auch die zweite Glocke konnte gegossen werden. Beim Guss war eine kleine Abordnung in Hessen mit dabei. Sobald sie an ihren Bestimmungsort kommt, soll in Neuküstrinchen eine Glockenweihe stattfinden. "Und vorher wollen wir sie auf einen Lkw laden und sie in den Orten, aus denen die Spender kommen, präsentieren", freut sich Sylvia Hecht.

Mit dem Abschluss aller Arbeiten rechnet der Pfarrsprengel innerhalb der nächsten 14 Tage. In dieser Woche wurde nun das Gerüst abgebaut. Nun müssen noch die Verankerungen zugemauert werden, die Türen gestrichen und die beschädigten Klinker im Bereich des Sockels saniert werden. Bevor im April 2014 im Beisein von Generalsuperintendent Martin Herche die sogenannte Wiederindienstnahme des Gotteshauses gefeiert wird, wird es schon in diesem Jahr noch einmal feierlich: Am 24. Dezember ist um 16 Uhr erstmalig das komplette Glockenspiel wieder zu hören. Da für den Glockenguss noch 2000 Euro fehlen, bittet die Kirchengemeinde weiterhin um Spenden für die Kirche Neuküstrinchen. In bar können Spenden bei Sylvia Hecht immer mittwochs im Bürgerhaus Neuküstrinchen zwischen 9 und 12 Uhr abgeben werden.

KirchengemeindeNeuküstrinchen (Kontoinhaber), Bankleitzahl 10060237 (EDG Bank Berlin), Kontonummer 13778770, Verwendungszweck: Glocke Neuküstrinchen.

Märkische Oderzeitung vom 21. November 2013

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