Neugestaltung der Fenster in Klein-Kreutzer Kirche nach fast 20 Jahren abgeschlossen

Überall ist Buntglas drin

Alle Fenster des Klein-Kreutzer Gotteshauses sind jetzt erneuert. Die letzten zwei farbigen Bleiglasfenster wurden von der Glashütte Schneemelcher aus Quedlinburg nach Entwürfen des Künstlers Günter Grohs aus Wernigerode eingebaut. Das gesamte Projekt dauerte fast 20 Jahre.

Fensterkunst, die begeistert: Die langjährigen Kirchenältesten Dorothe Afdring (l.) und Hans-Christian Fauth mit Dompfarrer André Wiethölter (r.) und Töchterchen Nomi in der Klein-Kreutzer Kirche.
Quelle: Volkmar Maloszyk

Brandenburg an der Havel. Von außen wirken sie durch die Schutzgitter unscheinbar, doch im Inneren des Klein-Kreutzer Gotteshauses überraschen sie bei Sonnenschein mit ihrem imposanten Farbenspiel. Jedes sieht anders aus.

Alle neun von Künstler Günter Grohs aus Wernigerode abstrakt entworfenen farbigen Bleiglasfenster sind jetzt drin. Die letzten zwei auf der Nordseite hat die Glashütte Schneemelcher aus Quedlinburg dieser Tage eingesetzt und als I-Tüpfelchen die beiden kleinen in der Winterkirche spendiert. Zum Abschluss der vor fast 20 Jahren begonnenen Fensterneugestaltung gibt es am 1. Advent einen Festgottesdienst, bei dem die neu gewählten Gemeindekirchenräte aus Klein Kreutz und Saaringen eingeführt und scheidende verabschiedet werden.

"Die buntstrahlenden Fenster sind auch ein wenig Wunschkonzert für das, was man sich an Leben in der Gemeinde und im Gotteshaus wünscht", sagt Dompfarrer André Wiethölter, zu dessen Sprengel die 120 Seelen zählende evangelische Kirchengemeinde gehört. Seit Mitte der 90er Jahre wurde auf Beschluss die zu DDR-Zeiten als Notlösung eingebaute Drahtverglasung, die in Stallanlagen üblich war, durch kunsthandwerkliche Buntglasfenster ersetzt. "Mit längeren Pausen. Je nach Finanzlage und Absprache mit dem Denkmalamt", sagt der langjährige Gemeindekirchenratsvorsitzende Hans-Christian Fauth. Jedes kostete etwa 5000 Euro, bezahlt aus Eigenmitteln, Spenden und kommunaler Förderung. In diesem Jahr wurde geklotzt, denn im Juni waren bereits zwei Fenster eingebaut worden. "Der Künstler hat nicht jemanden nachgeahmt, sondern etwas Eigenes versucht, das sich behutsam in den unauffälligen neoromanischen Stil der Kirche einfügt", sagt Wiethölter und lobt die "Unbeirrbarkeit" des Gemeindekirchenrates, die Dinge vorangetrieben zu haben.

Die Sanierung des 1868 eingeweihten Klein-Kreutzer Gotteshauses sei bis auf Restarbeiten abgeschlossen, so der Vorsitzende, der erleichtert ist, den langen Weg gemeinsam noch zu Lebzeiten bewältigt zu haben. "Der nächsten Generation können wir sagen, das war unser Werk." Größte Brocken neben den Fenstern waren die Dacheindeckung des Schiffes mit Schiefer Mitte der 90er und die 53 000 Euro teure Turmsanierung vor drei Jahren. Zwar habe sich die geplante wechselnde Ausstellung zerschlagen, weil Geldgeber abgesprungen seien, so Fauth, "aber wir öffnen uns zum Türmetag und im Rahmen der Buga als Bestandteil des Kirchenweges." Dass es nicht gelingt, den Radweg von Klein Kreutz nach Saaringen zu bauen, kann er nicht verstehen.

Eine Spitze für den Kirchturm, die 1972 einem schweren Sturm zum Opfer fiel, ist ein Zukunftswunsch. "Dafür haben wir noch keinen Cent", sagt Fauth, der für jede Idee offen ist, damit das Dorf seine Silhouette zurückbekommt.

Info: Festgottesdienst, 1. Dezember, 14 Uhr.

Von Claudia Nack

Märkische Allgemeine vom 25. November 2013

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