Sanierte Fachwerkkirche eingeweiht

Schönwalder begehen den Abschluss der Arbeiten mit einem Festgottesdienst

SCHÖNWALDE Die evangelische Kirche in Schönwalde (Unterspreewald) ist ein Schmuckstück geworden. Sie wurde in den vergangenen Monaten für 425 000 Euro repariert und saniert. Zahlreiche Firmen, aber auch freiwillige Helfer, haben sich beteiligt. Mit einem Festgottesdienst wurde das Gotteshaus am Sonntag wieder eingeweiht.

 
Mit einem Festgottesdienst wurde die Fachwerkkirche in Schönwalde wieder eingeweiht. Sie wurde für 425 000 Euro saniert
Foto: A. Staindl/asd1
Die evangelische Kirche in Schönwalde ist ein optischer Hingucker und wieder zum Mittelpunkt des Dorfs geworden.
Foto: asd1

Die evangelische Kirche in Schönwalde ist gerettet. Sie wurde vor dem Verfall bewahrt, ist aufwendig saniert worden und erstrahlt jetzt wieder in neuem Glanz. 425 000 Euro habe die Sanierung gekostet, wie Gabriele Backhaus sagt. "Viel Geld, das wir aus eigener Kraft hätten nie aufbringen können", erklärt die Pfarrerin. Rund 268 000 Euro 75 Prozent der förderfähigen Kosten seien über das Förderprogramm "Integrierte Ländliche Entwicklung" (ILE) der Europäischen Union und des Landes Brandenburg geflossen. Etwa 157 000 Euro betrage der Eigenanteil, der von der Kirchengemeinde, dem Kirchenkreis und der Landeskirche aufgebracht worden sei. Die Kirchengemeinde musste ein Darlehen aufnehmen, wie Ingeborg Freigang schon früher erklärte. Die ehemalige Kämmerin des Amtes Unterspreewald koordinierte und begleitete die Sanierungsarbeiten. Nicht hauptamtlich, sondern als Mitglied des Gemeindekirchenrats der evangelischen Kirchengemeinde Waldow (Unterspreewald). Für ihren "unermüdlichen" Einsatz wurde ihr während des Festgottesdienstes ganz besonders gedankt. Gabriele Backhaus würdigte aber auch das Engagement der zahlreichen fleißigen Helfer, ohne die das Projekt nicht zu realisieren gewesen wäre. Mitglieder des Gemeindekirchenrats hatten von Beginn an die Baumaßnahme begleitet.

Anfang September des vergangenen Jahres war Baustart. Die 1668 errichtete Fachwerkkirche wurde außen und innen saniert. Der Bedarf hatte sich schon vor Jahren abgezeichnet. Veränderungen an den Holzbauteilen der Kirche seien seit Jahren sichtbar gewesen. Ein Schadensgutachten inklusive einer Schadstoffanalyse sowie einer Bestandserfassung des Bauwerks hatte dann 2009 den dringenden Sanierungsbedarf deutlich gemacht.

Das Dach und das Mauerwerk wurden geöffnet und erneuert, Holzbauteile ausgetauscht, verfaulte Balken durch neue ersetzt. Der Zustand des Holzes sei schlechter als erwartet gewesen. Nässe und Feuchtigkeit hatten dem Bauwerk offensichtlich schwer zugesetzt. Selbst die Kirchenbänke waren an ihren Enden zur Wand hin verfault. Das verfaulte Holz wurde entfernt, die Bänke gekürzt. Die Wände im Inneren des Gotteshauses erhielten fast komplett einen neuen Putz sowie einen Farbanstrich. Die Bleiverglasung wurde aufgearbeitet, die Fensterscheiben haben einen Metallrahmen erhalten. Auch Elektrik und Heizung wurden erneuert. Zudem klingt die Orgel jetzt wieder schön.

Trotz so mancher Schwierigkeiten während der Bauphase eine Fledermauskinderstube etwa hatte für Verzögerung gesorgt sei die Kirchengemeinde als Träger des Projekts im Kostenrahmen geblieben, wie die Pfarrerin erklärt. Ihr zufolge seien 90 Prozent der Arbeiten abgeschlossen. Bis Ende Juni des nächsten Jahres sollen noch der Altar restauriert und der Fußboden erneuert werden.

Die Fachwerkkirche in Schönwalde soll künftig noch mehr für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden und für Touristen offen stehen. Nicht nur das Gotteshaus selbst, sondern auch das Umfeld hat sich verändert. Zahlreiche Einwohner hatten geholfen, den Außenbereich von alten Hecken, Sträuchern, Bäumen und altem Mauerwerk zu befreien. "Die Kirche ist wieder zum Mittelpunkt des Dorfes geworden", sagt die Pfarrerin. "Sie ist ein touristischer Anziehungspunkt und ein wertvolles Kulturdenkmal."

Andreas Staindl / asd1

Lausitzer Rundschau vom 16. Dezember 2013

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