Rund eine Mio für Kirchensanierung

Kirchenkreis Prignitz rechnet mit zirka 25 Projekten und legt Augenmerk neben baulicher Hülle auch auf Restaurierung im Innern der Gotteshäuser

Rund 250 000 Euro investierte der Kirchenkreis Perleberg Wittenberge in dem zu Ende gehenden Jahr in seine Kirchen, sowohl in ihr Äußeres als auch ins Innenleben, ist von Dr. Andreas Draeger, Vorsitzender des Bauausschusses, zu erfahren. Noch gibt es jenen wie auch den Bauausschuss des Kirchenkreises Havelberg-Pritzwalk, geleitete von Pfarrer Norbert Merten aus Rühstädt. Beide hatten 2013 auch ihre Bauvorhaben. Die Frühjahrssynode im April 2014 wird dann einen Bauausschuss der Kirchenkreises Prignitz benennen, der 153 Kirchen hat. "Alle Vorhaben fürs neue Jahr sind bereits darauf abgestimmt", fügt Dr. Draeger an.

Vor dem Blick voraus, einer zurück. Eine Vielzahl von Projekten kann Dr. Draeger hier aufführen. So wurde der Turm samt Glockenstuhl der Groß Breeser Kirche saniert "was auch dringend notwendig war, denn die Glocken konnten nicht mehr geläutet werden". Das Dach samt Tragwerk und die Fenster des Kirchenschiffes des Bentwischer Gotteshaus wurden gleichso baulich wieder auf Vordermann gebracht, in Sükow hat man mit den Arbeiten am Kirchturm begonnen und die Lübzower Kirche erhielt endlich ein neues Dach. "Das waren unsere größten Baustellen", betont Dr. Draeger, denn es gab darüber hinaus noch viele kleine.

Augenmerk lege man verstärkt inzwischen auch auf die Restaurierung des Innenlebens der Gotteshäuser. "Die Hülle ist uns wichtig, aber wir müssen uns auch um das Innere kümmern. Wir haben unter anderem wertvolle Altäre, die ebenso zum Kunstgut gehören, deren Restaurierung ist natürlich sehr aufwändig", erläutert Dr. Draeger. In Klein Gottschow erklingt so nun wieder die Orgel, in Wustrow konnte ein Taufstein angeschafft und in Mödlich der wertvolle Alabastraltar restauriert werden, führt er einige Beispiele an.

Ob Hülle oder Ausstattung, ohne eine sogenannte Patchwork-Finanzierung wäre vieles nicht möglich, gesteht der Baufachmann des Kirchenkreises unverhohlen ein. Gemeinde, Kirchenkreis, Landeskirche, diverse Stiftungen wie die Jugend- und Kulturstiftung der Sparkasse und vor allem auch überaus engagierte Fördervereine in den Orten leisteten hier ihr Scherflein. Kein leichtes Unterfangen, daraus einen entsprechenden Finanzierungsplan aufzustellen. Der Bauausschuss des Kirchenkreise war und ist dabei die helfende Hand.

Auch im Nachbarkirchenkreis wurde in 2013 viel geschaffen. Der Schwerpunkt hier war der Kirchturm in Pritzwalk. 2002 schon einmal saniert, allerdings nur von außen, war der Blick ins Innenleben inzwischen gelinde gesagt ernüchternd. 147 000 Euro wurden investiert, ohne Mittel aus der Städtebauförderung wäre die Realisierung nicht möglich gewesen.

Dach und Tragwerk des Kirchenschiffes der Freyensteiner Kirche wurden ebenfalls saniert wie auch die Hülle des Gotteshauses in Groß Leppin, und auch in Alt Krüssow begannen die Bauarbeiten, um nur einiges zu nennen.

Schwerpunkt 2014 wird die Lanzer Kirche

2014 klopft fast an die Tür, Aufgaben und Projekte gebe es reichlich. Das Antragsverfahren laufe noch. Dr. Andreas Draeger rechnet aber auch im neuen Jahr mit um die 25 Sanierungsvorhaben. Ein Schwerpunkt werde die Lanzer Kirche sein. Hier soll und muss eine grundlegende Sanierung der Außenhülle erfolgen einschließlich der Anbindung an den Turm. 215 000 Euro werde dieses Projekt schätzungsweise kosten, "das wir finanziell gesehen im Staats-Kirchenvertrag unterbringen wollen, so dass wir dann mit Landesmitteln rechnen könnten".

Auch die Hülle der Persiuskirche in Brügge, soll wieder hergestellt werden. Ein sehr engagierte Förderverein hat sich des Gotteshauses angenommen. Dach, Fenster bis teilweise in den Innenbereich werden die Arbeiten gehen, die mit rund 236 000 Euro veranschlagt sind. Der Großteil kommt über ein Denkmal-Sonderprogramm des Landes und Bundes.

Weiter geht es 2014 auch in Groß Breese. Nach dem Turm steht nun das Dach des Kirchenschiffes auf der Liste, einschließlich Tragwerk. "Die Risse an der Mauerkrone sind nicht zu übersehen." Neuer Fußboden, die Aufarbeitung der Bänke und Malerarbeiten sind für die Bentwischer Kirche geplant. Die Vorbereitungen einschließlich der Finanzierung sind so gut wie geregelt auch für die Sanierung des Kirchturms von Kleinow. "Wir beabsichtigen 2014 zu beginnen."

In Freyenstein soll der Turm wieder in Ordnung gebracht werden, doch dahinter steht noch ein Fragezeichen. Denn geschätzte 230 000 Euro werde diese Maßnahme kosten. Klar ist hingegen, wie die rund 445 000 Euro für die Sanierung der Havelberger Stadtkirche aufgebracht werden. "Im Zuge der Buga 2015 und deren Projekte fließen Mittel vom Bund." In mehreren Bauabschnitten werde die Sanierung erfolgen, 2013 wurde bereits begonnen, 2015 werde alles fertig sein.

Ein Projekt liegt Dr. Andreas Draeger noch besonders am Herzen, der Kirchturmstumpf von Rosenhagen. Dieser soll zu einem Gemeinderaum um- und ausgebaut werden. Seit drei Jahren ringe man mit dem kirchlichen Bauamt in Berlin darum, "wir hoffen, dass wir das Projekt im kommenden Jahr endlich realisiert bekommen."

Altar der Kietzer Kirche soll aufgearbeitet werden

Wie bereits in diesem Jahr, so wird auch 2014 Gewicht auf die Sanierung des Innern der Kirchen gelegt. "Die Kirche in Kietz, die schon mehr Ruine als Kirche war, wurde saniert und so wieder zu neuem Leben erweckt. Jetzt soll der Altar aufgearbeitet werden und da "hoffen wir wieder auf die Unterstützung der Sparkassenstiftung". Probleme gebe es auch mit den Glockenstühlen der fünf Kirchen in der Lenzer Wische. "Dafür gibt es kaum Fördermittel. "Kurzum, wenn alle Maßnahmen so kommen, wie wir denken, dann werden wir eine Million Euro investieren, Geld das nach Möglichkeit in der Region bleibt. Denn wir sehen zu, insbesondere einheimische Firmen zu binden. Ihre Existenz mit zu sichern, ist auch unser Anliegen", betont Dr. Andreas Draeger.

Der Prignitzer vom 22. Dezember 2013

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