Pilz frisst sich durchs Kleinrössener Fachwerk

Doch nicht nur an dieser Kirche wird Hand angelegt / Wie geht es an den Gotteshäusern voran?

Die Kirchen sind Zeugen einer langen Geschichte. Durch bauliche Instandsetzungen soll dazu beigetragen werden, diese für die Zukunft vielseitig zu erhalten. Ein Zwischenstand, wie die Arbeiten auf den aktuellen Baustellen in der Region vorangehen:

In Kleinrössen wird das momentan noch günstige Wetter genutzt, um Zimmerer- und Maurerarbeiten an der Kirche voranzutreiben.
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Die Gegenüberstellung von Alt (l.) und Neu (r.) zeigt, was in Schlieben geschafft wurde.
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Kirche in Kleinrössen:

Während am Kirchturm das Gerüst gerade fällt, weil die Arbeiten daran abgeschlossen sind, nutzen Zimmerer und Maurer die noch günstige Witterung, um am Kirchenschiff voranzukommen. Der Umgang mit der Holzkonstruktion im Fußschwellenbereich des Turms hat sich zu einem größeren Problem entwickelt. "Hier wurde ein Pilzbefall entdeckt, der das Holz schädigt. Deshalb ist es notwenig, die drei Schwellen aufwendig auszutauschen", erläutert Architekt Onno Folkerts vom Architekturbüro Angelis & Partner, das die Sanierungsarbeiten begleitet. "Das Fachwerk bereitet uns große Sorgen", sagt auch Pfarrer Andreas Bechler. Sein Zustand sei wesentlich schlechter, als man es erwartet und zuerst eingeschätzt hatte. Dem Holzschutz sei bei den ersten Sanierungsarbeiten kurz nach der Wende nicht ausreichend Bedeutung beigemessen worden. Das räche sich jetzt. "Wir rechnen mit Mehrkosten von etwa 55 000 Euro", berichtet Bechler. Die Kirchengemeinde habe zum Glück finanzielle Helfer gefunden, den Landkreis und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, "denn allein hätte sie die Summe nicht aufbringen können."

Kirche in Großrössen:

Termingerecht konnten im Vorjahr die Arbeiten am Dachstuhl mit der Biberschwanzeindeckung abgeschlossen werden. Zum Weihnachtsgottesdienst war der Innenraum wieder nutzbar. Bei den Tätigkeiten im Kirchenschiff handelte es sich insbesondere um Maler- und Tischlerarbeiten. Während dieser Ausführung sind viele historische Befunde entdeckt und gesichert worden. So wurde unter anderem ein altes Weihekreuz im Bereich der Kanzel gefunden. Diese mittelalterliche Malerei ist im Vergleich zu den anderen, die noch gefunden wurden, nicht mit neuer Farbe überdeckt worden. "Aber man sieht sie nur, wenn man oben auf der Kanzel steht", verrät Pfarrer Andreas Bechler.

Weitere Aufgaben in diesem Jahr: Arbeiten an der Elektroanlage, Sanitärinstallation und Einbau einer kleinen Teeküche.

Kirche in Schlieben:

Dieses Sanierungsvorhaben steht kurz vor dem Abschluss. Der Innenraum erstrahlt wieder im neuen Glanz, wie das nebenstehende Bild belegt. "Eine der größten Herausforderungen war die Wiederherstellung der Ausmalungen aus dem Jahr 1842", schätzt Architekt Onno Folkerts ein. Weiterhin sei das Installieren einer neuen Beleuchtungsanlage, die sich in das Kirchenschiff einfügt, eine große Herausforderung gewesen. "Ein besonders schöner Moment war, als Weihnachten zum großen Festgottesdienst die Orgel erstmals nach langer Pause wieder zu hören war", berichtet Pfarrer Dr. Stephan Schönfeld. In diesem Jahr stehen in der Kirche nur noch kleinere Restarbeiten an. Außerdem gilt weitere Aufmerksamkeit der weiteren Restauration der Orgel, denn von dieser ist erst ein kleiner Teil wieder bespielbar. Kirche in Ahlsdorf:

Im vorigen Jahr sind die Arbeiten an der Dachkonstruktion beendet worden. Ebenfalls sind die Tätigkeiten an den Fassaden abgeschlossen. Im Kirchenschiff sind die Putzergänzungen an den Wandflächen erledigt. Im Bereich der Sockelflächen sollen die Reparaturen laut Auskunft des verantwortlichen Architekturbüros Angelis & Partner jetzt im Frühjahr folgen. "Momentan liegt das Hauptaugenmerk auf der Instandsetzung und dem Erhalt der besonders schönen Stuckdecke. Notwendige Sicherungsarbeiten wurden und werden in Abstimmung mit den beteiligten Fachämtern und Restauratoren durchgeführt", so Onno Folkerts. Jetzt gehe es darum, die Stuckprofile zu sichern und fehlende Elemente zu ergänzen. Daran sollen sich Malerarbeiten und restauratorische Tätigkeiten anschließen. Ziel ist, die Kirche bis Mai fertigzustellen.

Kirche in Gräfendorf:

Die Orgel der Gräfendorfer Kirche wird komplett überholt. Etwa ein Drittel ist in einem ersten Bauabschnitt bereits geschafft worden, sodass Weihnachten schon wieder die ersten Orgeltöne zu hören waren. "Jetzt richtet die Kirchengemeinde alle Kraft darauf, das Begonnene zu Ende zu führen und ist fleißig am Spendensammeln", erzählt Pfarrer Ingolf Walther. Noch in der ersten Hälfte des Jahres soll die Sanierung abgeschlossen werden.

Sylvia Kunze

Lausitzer Rundschau vom 13. Januar 2014

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