Wo BUGA drauf steht ist auch Kirche drin

von Constanze Broelemann

Organisatoren und Landeskirche wollen die Gotteshäuser zur Bundesgartenschau besonders sichtbar machen

Dach repariert. In der St. Johanniskirche des früheren Franziskanerklosters in Brandenburg an der Havel wird zur Buga 2015 eine Blumenschau präsentiert.
Foto: Bernd Settnik/dpa

Rathenow/Potsdam - 85 Kirchen auf 584 Kilometern in beeindruckender Natur: Zur Bundesgartenschau 2015 im Havelland will sich die Landeskirche von ihrer schönsten Seite zeigen. Am Wochenende schickte die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz die "Kirchenwege im Havelland" in die Testphase. Zu Fuß, per Rad, mit dem Boot oder auch per Auto und Motorrad sind die Wege zu erschließen. "Kirche ist in der Region dicht vertreten. Unsere Beteiligung an der Buga ist eine Chance, uns als Kirche mit vielen Angeboten zu zeigen", sagte die Potsdamer Generalsuperintendentin Heilgard Asmus bei der Vorstellung.

Die "Kirchenwege" sind dabei eines der Projekte von evangelischer Landeskirche und dem katholischen Erzbistum. "Unterwegs von Dom zu Dom", "Von Kirchhof zu Kirchhof" oder "Von Dorfkirche zu Dorfkirche" nennen sich die Routen. Mithilfe eigens entworfener Flyer können Interessierte die Routen planen. Nach Angaben von Projektentwicklerin Angela Wuschko sind sie ab Mitte März in Kirchen, Touristikinformationen und im Internet verfügbar.

Zu entdecken gibt es nach Angaben der Veranstalter vieles zum Beispiel die spätromanische Kirche im brandenburgischen Städtchen Plaue. Laut Gemeindekirchenrat Jürgen Wartgenstedt findet sich in der Dorfkirche die erste figürliche Darstellung Martin Luthers. Außerdem sind hier die Grabplatten mehrer ehemaliger Schlossherren zu besichtigen. Konkrete Angebote der Kirchengemeinde sind noch in Planung.

Exakt in der Mitte der Kirchwege, zwischen Brandenburg und Havelberg, liegt die Kirche St. Marien-Andreas in Rathenow. Deren Chorraum war vor 25 Jahren noch eine Ruine.

Für die Koordination des kirchlichen Engagements auf der Bundesgartenschau, die vom 18. April bis 11. Oktober in der Havelregion stattfinden wird, wurde der Verein "Kirche und BUGA 2015" gegründet. Unterstützt werden die Kirchgemeinden der Region von "Buga-Pfarrer" Thorsten Zastrow.

Die Bundesgartenschau erstreckt sich 2015 erstmals über insgesamt fünf Orte: Rathenow, Brandenburg an der Havel, Premnitz, Rhinow und Havelberg. Neu ist auch, dass erstmalig Blumenschauen in zwei sakralen Stätten - der Kirche St. Johannis in Brandenburg und der Kirche St. Laurentius in Havelberg zu sehen sein werden. Das Buga-Motto "Von Dom zu Dom das blaue Band der Havel" weise bereits auf die lange kirchliche Tradition der Region hin, sagte Buga-Pressesprecherin Amanda Hasenfusz und ergänzte: "Wo Kirche zu sehen ist, soll auch Kirche drin sein." In der St. Laurentiuskirche in Havelberg sowie der St. Johanniskirche in Brandenburg/Havel werden jeweils 18 verschiedene Ausstellungen stattfinden.

An allen fünf Buga-Standorten werden hölzerne, stilisierte Kirchtürme auf die kirchlichen Angebote hinweisen, erklärte Landeskirchensprecher Volker Jastrzembski. Ein hölzernes "Kirchenschiff" mit bis zu 70 Plätzen wird in Brandenburg an der Havel liegen und soll "Aufbruch" und "Anfang" symbolisieren. Darüber hinaus wird das Pilgercamp der evangelischen Jugend 2015 auf dem Gelände der Bundesgartenschau stattfinden. Eine Woche lang werden bis zu 800 Jugendliche über das weite Gelände pilgern - zu Fuß, per Rad oder mit dem Kanu. An 13 verschiedenen Orten schlagen die Jugendlichen in der Zeit vom 17. bis 24. Juli ihre Zelte auf.

Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz fördert ihr Engagement auf der BUGA mit 500 000 Euro, das Erzbistum Berlin mit 80 000. Insgesamt erstreckt sich das Gelände der Bundesgartenschau auf 55 Hektar. Zwei Bundesländer, Brandenburg und Sachsen-Anhalt, sind beteiligt. Die Organisatoren erwarten 1,5 Millionen Besucher. Schirmherr ist Bundespräsident Joachim Gauck.

Die Bundesgartenschau soll auch mit einem Gottesdienst im Dom in Brandenburg an der Havel eröffnet werden. Allerdings wird der Dom selbst nicht Teil des Buga-Geländes sein, weil zur gleichen Zeit die 850-Jahr-Feier des Gebäudes anstehe. Constanze Broelemann

Potsdamer Neueste Nachrichten vom 03. März 2014

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