Landesamt sieht Taufengel gefährdet

Altwustrow (MOZ) Der Taufengel der Kirche Altwustrow, für dessen Erhalt der Förderverein kämpft, wurde nun erstmalig wissenschaftlich erfasst. In "Taufengel in Brandenburg" erschien nun in der Reihe "Arbeitshefte des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseums" eine umfangreiche Erfassung des Bestandes.

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In Fachbeiträgen ordnen die beteiligten Fachleute die Bedeutung der Taufengel in der evangelischen Kirche ein und beleuchten ihre Entstehung, ihre Gestaltung und welches Schicksal sie erlitten. Zum Exemplar in Altwustrow heißt es: "Der Taufengel ist Bestandteil der einheitlichen bauzeitlichen Raumausstattung der 1789 in Fachwerkbauweise errichteten kleinen Dorfkirche im Oderbruch. Er gehört zu den spätesten Taufengeln in Brandenburg." Ursprünglich habe er an der mit einem Wolkenhimmel bemalten Holzdecke, die 1837 mit einer klassizistischen Papierdekoration überklebten wurde, gehangen. In der linken Hand hatte er, vermuten die Fachleute, einen Palmzweig. Die Holzschale in seiner Rechten sei zwar später hinzugefügt, ist aber noch erhalten. "Der Eindruck einer künstlerisch minderen Qualität , besonders des Gesichtes, ist vor allem der schlechten Ausführung der letzten Übermalung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und den zahlreichen unsachgemäßen Reparaturen geschuldet", heißt es in dem Fachbuch weiter.

Zu dem Ergebnis kam auch der Förderverein im vergangenen Jahr. "Ein Restaurator hat befunden, dass er unsachgemäß, was Farbe und Material angeht, restauriert worden ist", sagte der Vorsitzende Claudio Jarczyk damals. Er und seine Mitstreiter wollen auch in diesem Jahr dafür kämpfen, dass der Taufengel endlich saniert werden kann, wie Jarczyk auf MOZ-Anfrage mitteilte. Dafür will der Förderverein die Hälfte der auf etwa 7000 Euro geschätzten Rekonstruktion aus der eigenen Tasche bezahlen.

"Konservierung/Rekonstruktion notwendig" heißt es auch in dem Arbeitsheft des Landesamtes für Denkmalpflege. "Die Holzsubstanz ist durch kleinere Abbrüche und lose Holzverbindungen geschädigt, an der Malschicht sind Lockerungen und Verluste zu verzeichnen. Durch eine umfassende Restaurierung des Taufengels würde seine ursprünglich reizvolle Erscheinung zurückgewonnen und das eindrucksvolle Gesamtensemble der Kirche angemessen bereichert werden", heißt es in dem Fachbeitrag abschließend.

Märkische Oderzeitung vom 05. März 2014

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