Notsicherung auf dem Weg

Marodes Gebälk: Roland Lenz zeigt auf die Schäden im Dachstuhl der Kirche.
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Görlsdorf (MOZ) "Am 11. Mai nehmen wir die Kirche wieder in Betrieb", sagt Pfarrerin Rahel-Charlotte Mielke. Allerdings ist bis dahin nur eine Notsicherung des Görlsdorfer Gotteshauses erreicht. Der Schaden am Gebäude sitzt tiefer im Gebälk. Die Dachbaufirma von Roland Lenz wurde mit dem Vorhaben beauftragt, die seit zwei Jahren gesperrte Kirche für Veranstaltungen zu sichern. Auf dem Zwischenboden des Hauses zeigt er auf die Schäden. "Jeder Schritt will hier oben wohl überlegt sein", sagt Lenz. Die Deckenbretter sind vom Schwamm befallen. Um zu verhindern, dass die Zwischendecke einstürzt, wurde diese in den vergangenen Wochen von einer fünf Zentimeter dicken Lehmschicht befreit. Mithilfe von Holzstützen zwischen Kirchenboden und Zwischendecke soll die Kirche bis Ostern gesichert werden.

Der Dachstuhl wird vorerst nicht erneuert. Dafür fehlt das Geld. Dass die dicken Balken bis in die Spitze des Kirchenschiffs marode sind, ist deutlich erkennbar, als hätte der Biber dort sein Unwesen getrieben. Im Dachstuhl wurde in den zurückliegenden Jahrzehnten viel Holz herausgenommen. "Wahrscheinlich brauchte jemand Brennholz", vermutet Roland Lenz. Dadurch wurde die Konstruktion instabil. Eine halbe Million Euro, so schätzt der Mann vom Bau, wären nötig, um das Haus grundlegend zu sanieren.

Eine solche Summe zusammen zu bekommen, hält Pfarrerin Mielke für illusorisch. Schon die 17 000 Euro, die für die Notsicherung zur Verfügung stehen, waren nur durch Unterstützung der Nachbarkirchgemeinden und eine aktive Görlsdorfer Dorfgemeinschaft möglich, die Spenden für ihr Gotteshaus sammelten. 6000 Euro wurden dadurch eingenommen.Trotzdem soll nichts unversucht bleiben und etwa Geld aus dem Fördertopf des Staatskirchenvertrages beantragt werden.

Märkische Oderzeitung vom 07. März 2014

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