Nach bauhistorischer Untersuchung geht es in Rogäsen los

Kirche ohne Dach bekommt wieder eins

Seit 1978 hat die Kirche in Rogäsen kein Dach mehr, weil sich im Dachstuhl der Hausschwamm breitgemacht hatte. Das Brandenburger Architekturbüro Fleege + Oeser soll dem Objekt nun wieder ein neues Dach verpassen. Die Gesamtkosten dafür liegen bei rund 160 000 Euro. 2015 soll der Bau beginnen.

Noch dachlos: Blick ins Kirchenschiff gen Apsis.
Quelle: Fleege

Rogäsen. Das Brandenburger Architekturbüro Fleege + Oeser hat schon viele Kirchen betreut, doch die in Rogäsen liegt Heidrun Fleege besonders am Herzen. Als sie in diesem Gotteshaus getauft und konfirmiert wurde, hatte es noch sein Dach. 1978 war es nach Aufforderung der staatlichen Bauaufsicht abgetragen worden, weil sich im Dachstuhl der Hausschwamm breitgemacht hatte. Seitdem war die im Kern mittelalterliche Feldsteinkirche, die 1897 durch Apsis und Turmaufbau ergänzt wurde, eine Ruine.

Mit Hilfe bereits zugesicherter 96 000 Euro aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm des Kulturstaatsministers, für die sich die damalige Bundestagsabgeordnete Andrea Voßhoff als Patin eingesetzt hatte, soll ihr wieder ein Dach aufgesetzt werden. Die Gesamtkosten liegen bei rund 160 000 Euro. Die Differenz wird in zwei Jahresscheiben aus Mitteln des Staat-Kirche-Vertrags, des Kirchenkreises Elbe-Fläming und Eigenmitteln der Kirchengemeinde aufgebracht. "Außerdem sind Anträge bei der Unteren Denkmalschutzbehörde gestellt, von denen einer bereits bewilligt wurde", sagt Fleege.

Die Baugenehmigung des Landkreises traf vor einem Monat ein. Allerdings müsse noch eine bauhistorische Untersuchung erfolgen, so die Auflage. Dies soll in diesem Jahr passieren und die seit der Turmsanierung 2003 vorliegende restauratorische Untersuchung ergänzt werden. Gebaut werde 2015. Bis dahin will die Kirchengemeinde die noch fehlenden 10 000 Euro über Spenden einwerben. "Wir sind guten Mutes, dass wir das hinkriegen", sagt Vize-Vorsitzende Christina Wartenberg, die auf viele Förderer hofft.

Die Kirche erhält ein Satteldach in historischer Form mit Biberschwanz. Im Inneren wird keine Decke eingezogen, sondern der Dachraum bleibt offen. Die Fensteröffnungen bekommen Notverschlüsse. Neben Gottesdiensten und Trauungen soll sie auch für eine kulturelle Nutzung offen stehen. Aus Sicht von Fleege und Wartenberg wäre die Entwicklung dieses Ensembles von ehemaliger Patronatskirche, Gutshaus und Park für alle Beteiligten eine lohnende Aufgabe.

Von Claudia Nack

Märkische Allgemeine vom 24. März 2014

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