Kirchen-Mittelschiff wird saniert

Uwe Spranger

Strausberg (MOZ) Die Marienkirche soll zum 775-jährigen Stadtjubiläum samt Orgel in vollem Glanz erstrahlen. Die Kirchengemeinde hat jetzt einen Fördermittelbescheid für das Mittelschiff erhalten. Mit Eigenmitteln stehen insgesamt 100 000 Euro zur Verfügung.

Da wartet noch Arbeit: Pfarrer Rüdiger Bernhardt und Stephan Bock unterm Gewölbe des Mittelschiffs der Marienkirche, das jetzt saniert werden soll.
© MOZ Gerd Markert

Pfarrer Rüdiger Bernhardt spricht von einem "kleinen Wunder", das die Gemeinde kurz vor dem Stadtjubiläum ereilte. Im vergangenen Jahr habe er im Zusammenhang mit der Orgelsanierung von Denkmalschützern einen Förderantrag in die Hand gedrückt bekommen. Im ersten Anlauf habe er eine Absage erhalten. Nun aber kommt Strausberg in den Genuss von "Restmitteln" aus nicht durchgeführten Maßnahmen anderswo, erklärt er.

25 000 Euro kann die Kirchengemeinde aus der eigenen Tasche zusammenkratzen, der Rest kommt als Zuschuss. Allerdings ist sich Bernhardt nicht sicher, wie weit das Geld reicht. Denn eine exakte Kostenberechnung sei noch nicht angestellt. Es sei zwar schon mal jemand mit einem Hubsteiger oben gewesen, aber erst nach einem Probeabschnitt könne man mehr sagen. "Man muss anfangen", findet Bernhardt.

Mit dem im Kirchenbau renommierten Architekturbüro Krekeler & Partner aus Brandenburg sei alles in die Wege geleitet, sagt er. Neben Referenzen spreche für das Büro, dass es sich mit Dokumentation und Abrechnung von Fördermitteln auskenne. Bis zum 1. Dezember müssten alle Rechnungen vorliegen. "Das ist ganz schön sportlich", findet Bernhardt. "Es ist ja schon Ende März."

Im April sollen aber bereits Baugerüste in der Kirche stehen. Angefangen werde über der ausgebauten Orgel. Das Instrument ist zur Sanierung in Sieversdorf. Die Orgelsanierung war auch Ausgangspunkt der Bemühungen um weitere Arbeiten im Kirchenschiff. Vor dem Wiedereinbau sollte das Gewölbe darüber in jedem Fall so hergestellt sein, dass kein Putz mehr bröckelt. Man fand auch einen Bereich, in dem noch originale Farbgebungen aus dem 13. Jahrhundert erkennbar sind. Allein dessen Restaurierung hätte laut Bernhardt fast 20 000 Euro gekostet.

Nunmehr solle das Stück nur im jetzigen Zustand konserviert werden, weil es im Normalfall ohnehin niemand sieht. Überhaupt ist der Pfarrer der Auffassung, dass gegebenenfalls die Vorstellungen der Denkmalschützer "nach unten angepasst" werden müssten, falls sich abzeichne, dass das Geld nicht reicht. "Mein Ziel ist es jedenfalls, dass wir für die 100 000 Euro die Kirche fertig machen", sagt er. "Mehr ist für unsere Gemeinde finanziell nicht zu schaffen", erklärt er. Und auch dem Steuerzahler seien manche Wünsche nicht zu vermitteln.

Wegen der Bauarbeiten hat die Kirche für dieses Jahr auch extra keine Konzerte angenommen. Alle größeren Veranstaltungen sollen in der Dietrich-Bonhoeffer-Kapelle stattfinden. Der Chorbereich werde allerdings für die "offene Kirche" an Wochenenden ab Mai zugänglich bleiben, ergänzt Stephan Bock vom gleichnamigen Projekt. Auch Turmbesteigungen wolle man weiterhin ermöglichen.

2015 werde man dann mit großen Konzerten in der Kirche wieder einsteigen, kündigt der Pfarrer an. Am Pfingstsonnabend sei zum Beispiel eine Veranstaltung mit Tenor Björn Casapietra vorgesehen. Bernhardt spricht gar von einem "Neustart" für die Gemeinde, weil dann neben Kirche und Orgel auch das Pfarrhaus fertig sei. Mit der dort integrierten Toilettenanlage bestünden im Jubiläumsjahr der Stadt ganz andere Möglichkeiten, den Platz zwischen Kirche und Pfarrhaus zu beleben.

Märkische Oderzeitung vom 24. März 2014

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