Radwegekirche in Werben in der Saison täglich offen

Haus bietet Rastplatz, Toiletten, Wasser und geistige Wohltaten

WERBEN Mit einem festlichen Gottesdienst ist das Werbener Gotteshaus am Montag offiziell in eine offene Kirche umgewandelt worden. In der Zweiradsaison bietet sie täglich von 8 bis 18 Uhr vorrangig Radfahrern einen schönen Rastplatz.

Die Vorsitzende des Radclubs des SV Werben, Conny Mußlick, befestigte eine Hinweistafel für die offene Radwegekirche.
Foto: rur1

Vor einigen Monaten hatte Pfarrer Bernd Puhlmann von einem Treffen mit Amtsbrüdern im Cottbuser Kirchenkreis die Idee nach Werben gebracht, die Türen des ehrwürdigen Gotteshauses nicht nur am Wochenende zu öffnen. Der Gemeindekirchenrat stimmte spontan dem Vorschlag zu, die bundesweit immer mehr Anhänger findende Initiative aufzugreifen. Da es genügend Raum und Möglichkeiten gab, die Kirche am Radwanderweg zwischen Cottbus und Burg liegt, sollte für Radfahrer ein Ort zum Rasten geschaffen werden.

Auf dem Pfarrhof wurden mit finanzieller Hilfe der Gemeinde Werben Tische und Stühle aufgestellt. Besucher können die Toilette nutzen und sich Trinkwasser holen. Zu den leiblichen kommen geistige Wohltaten.

In der Kirche, deren Nordeingang den Rastenden offensteht, liegt eine Bibel aus. Der von Beate Steuer gestaltete Rundgang bietet Informationen zum als Gemüsekirche bekannten Bau, zum christlichen Glauben und eine Erkundungstour anhand spezieller Fragen. Wer seine Antworten überprüfen will, findet die richtigen Angaben hinter dem Altar.

Menschen, die Beistand und Unterstützung suchen, können ihr Anliegen auf einer speziellen Karte niederschreiben. Mitglieder der Werbener Kirchengemeinde beten dann für denjenigen. Andere wie Inge Schulze wollen für einen stets angenehmen Aufenthalt sorgen.

Zur Einweihung der offenen Kirche war der Radclub der SV Werben gekommen. Vorsitzende Conny Mußlick schraubte wie Pfarrer Puhlmann, Superintendentin Ulrike Menzel und der stellvertretende Bürgermeister Hartmut Hanschkatz grüne Hinweisetafeln an der Kirche und in ihrem Umfeld an. "Ich habe mit dem Club und privat rund 1000 Kirchen besichtigt von winzigen bis zum Ulmer Dom. So einen Rastplatz und offene Türen habe ich mir dabei oft gewünscht", betonte Hartmut Hanschkatz.

"Mit der Cottbuser Oberkirche, den Kirchen in Atterwasch und Briesen gibt es schon seit Jahren offene Gotteshäuser. Kürzlich schloss sich die Forster Kirche St. Nicolai dieser Initiative an", sagte Superintendentin Ulrike Menzel. "Auch andere Gotteshäuser können in der Woche besichtigt werden, wenn man weiß, wer den Schlüssel verwaltet."

Zum Thema:

Aktivitäten in der Evangelischen Kirche Deutschlands, mit ihren Einrichtungen stärker für Gläubige und interessierte Menschen auch außerhalb der Gottesdienste da zu sein, führten zur Initiative offene Kirchen. Seit dem Jahr 2000 gibt es das Signet "Offene Kirche", 2010 folgte das grüne Signet "Offene Radwegekirche". Besucher erkennen an ihm, hier ist eine Kirche verlässlich offen, hier lohnt es sich, die Klinke zu drücken. Sie finden einen Ort der Besinnung und Begegnung. rur1

Ronald Ufer / rur1 rur1

Lausitzer Rundschau vom 22. April 2014

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